Prostitution ist ab 30.000 Einwohnern möglich

Umfrage: Gibt es bald ein Rotlichtviertel in Landsberg?

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Landsberg – Prostitution in der Lechstadt: Dieses Thema beschäftigt Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) offenbar seit einiger Zeit. Denn mit Erreichen des 30.000. Einwohners – momentan leben gut 29.000 in Stadt und Ortsteilen – wäre das nämlich legal.

Neuner sieht allerdings die Jugend und den öffentlichen Anstand gefährdet, sofern Prostitution in Landsberg zugelassen wird. Doch wie sehen es die Lechstädter selbst? Der KREISBOTE führt dazu eine anonyme Umfrage durch: Sollte Prostitution im Stadtgebiet erlaubt werden?

OB Neuner macht sich offenbar ernsthaft Gedanken über die Einführung der Prostitution in seiner Stadt. Daher verfasste er im Vorfeld einer Stadtratsentscheidung ein Schreiben an Einrichtungen des öffentlichen Lebens, um deren Meinung abzufragen. Denn die 30.000-Einwohnermarke könnte bald erreicht sein: In den vergangenen Jahren ist die Landsberger Bevölkerung jährlich um rund ein Prozent gewachsen, erläutert Neuner. Durch das Ausweisen neuer Baugebiete – unter anderem des „Urbanen Lebens am Papierbach“ – könnte sich dieses Wachstum in nächster Zeit deutlich beschleunigen.

Trotz des Bevölkerungszuwachses und der fast 30.000 Einwohner ist Landsberg aber aus Neuners Sicht trotzdem „nach wie vor ländlich strukturiert“. Er sieht für die Landsberger Bevölkerung somit keinen Bedarf an Einrichtungen, die der Prostitution dienen: „Wegen der kleinstädtischen und damit überschaubaren Struktur würde ein Landsberger derartige Einrichtungen eher nicht aufsuchen, da er befürchten müsste, hierbei erkannt zu werden“, schreibt der OB. Er verweist nach München oder Augsburg. Diese Städte seien nicht allzu weit entfernt und der Landsberger könnte eine derartige Einrichtung dort anonym besuchen.

Nicht nur in der Altstadt, sondern auch in den Gewerbegebieten befänden sich zudem Einrichtungen, die von jungen Menschen genutzt werden – etwa Sportstätten, Fitnesscenter oder Gaststätten. Die Prostitution als Gewerbe sei in einer liberalen Gesellschaft kein Thema mehr, das rein aus moralischen und sittlichen Aspekten diskutiert werden müsse. „Eine Ansiedlung einschlägiger Etablissements beinhaltet allerdings die Gefahr, dass sich im Umfeld Strukturen entwickeln, die nachteilige Auswirkung auf die anderen Gewerbebetriebe aber auch auf die Stadtgesellschaft haben können“, so der OB.

„Aus unserer Sicht ist deshalb auch nach Überschreiten der 30.000-Einwohner-Grenze ein Verbot der Prostitution für das gesamte Stadtgebiet einschließlich der Ortsteile notwendig, damit der Schutz der Jugend und des öffentlichen Anstandes gewährleistet werden kann“, bezieht Neuner in dem Schreiben klar Stellung. In diesem Fall – zum Schutz der Jugend oder des öffentlichen Anstandes – kann die Landesregierung nämlich für das gesamte Gebiet einer Gemeinde bis zu 50.000 Einwohner Prostitution verbieten, heißt es im Strafgesetzbuch. In anderen Kommunen werde das Verbot ebenfalls aufrechterhalten, um sich mit den negativen Auswirkungen ebensolcher Gewerbeansiedlungen nicht auseinandersetzen zu müssen, weiß OB Neuner. Als Beispiel nennt er Erding und Freising, die von der Größe mit Landsberg vergleichbar sind, aber auch größere Kreisstädte wie Kaufbeuren.

Stimmen Sie ab!

Was die Politik fordert, ist die eine Sache, die Wünsche des Bürgers die andere. Gerade bei der Frage, ob in Landsberg nach Überschreiten der 30.000-Einwohner-Marke Prostitution zugelassen sein sollte, gehen die Meinungen weit auseinander. Dem möchte der KREISBOTE auf den Grund gehen. Bei unserer Umfrage können Sie bis Freitag, 10. Februar, mit einem Klick kundtun, was Sie vom horizontalen Gewerbe in der Lechstadt halten. Keine Sorge, die Umfrage ist garantiert anonym. Stimmen Sie ab!

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