Mittelinsel an der Ummendorfer Straße hatte nun doch einen anderen Zweck:

Es war wegen der Bäume

+
Die Ummendorfer Straße im Südosten Landsbergs wird derzeit ausgebaut. Nun wurde der eigentliche Zweck der Mittelinsel bekannt.

Landsberg – Klare Frage, falsche Antwort; das passiert selten, aber es kommt vor. Zuletzt in der vergangenen Woche, als der KREISBOTE vom Landratsamt wissen wollte, warum denn an der Ummendorfer Straße im Zuge des Straßenausbaus durch den Landkreis die Mittelinsel entsteht, die die Stadt bei ihrer eigenen Baumaßnahme nicht verwirklicht hatte. Der Kreis sei aufgrund einer Richtlinie gehalten, solche Mittelinseln bei Ortseingangsstraßen einzuplanen, hatte die Sprecherin des Amts erklärt. Das ist inzwischen revidiert; eine solche Regelung gibt es nicht.

Die wahre Geschichte ist eigentlich auch viel schöner. Bei der Planung des Straßenausbaus der LL15 habe sich herausgestellt, dass die vorhandenen Bäume zu nah an der Fahrbahn der dann auf sechs Meter verbreiterten Kreisstraße gestanden hätten, berichten nun Ernst ­Müller (Stadt) und Wolfgang Müller (Landkreis) übereinstimmend.

Die Bäume sind jedenfalls dann zu nah am Straßenrand, wenn dort Geschwindigkeiten über 60 km/h erlaubt sind. In solchen Fällen kann man Leitplanken installieren, wenn der Platz reicht. Wenn er wie hier nicht reicht, muss man die Bäume fällen.

Gälte Tempo 50, könnten die Bäume bleiben. Also überlegten Stadt und Kreis bei einer Ortsbegehung im Februar, welche Möglichkeiten es gibt, diesen Zustand herzustellen. Sie kamen auf die Idee, das Ortsschild vorzuziehen, so dass Tempo 50 bereits auf Höhe der Bäume gilt. Ortsschilder dürfen aber nur dort stehen, wo auch die Bebauung beginnt. Also kamen Kreis und Stadt gemeinsam zu der Lösung, eine neue Bebauung zu schaffen – und zwar durch eine Mittelinsel.

Eine Win-Win-Situation: Der Kreis muss keine Bäume fällen und die Stadt bekommt „ihre“ Mittelinsel, die die Stadtverwaltung trotz drängender Wünsche aus Nachbarschaft und Stadtrat bislang nicht realisiert hatte. Noch schöner: Obwohl der Landkreis den Aufwand für derartige Mittelinseln den Gemeinden aufbürdet (sofern sie keine Querungshilfen sind), übernimmt der Landkreis hier die Hälfte der Kosten.

Tue Gutes und rede darüber, heißt ein Sprichwort. Warum die doch eigentlich positive Nachricht so wenig verbreitet wurde, dass der Stadtrat und selbst Teile des Landratsamts keine Ahnung von den wahren Begebenheiten hatten, erklärte Ordnungsamts­chef Ernst Müller jetzt im Bauausschuss.

Die Verhandlungen mit Grundstückseigentümern waren noch nicht abgeschlossen (Oberbürgermeister Mathias Neuner habe persönlich den Durchbruch erreicht) und der Stadtrat musste auch gar kein Geld genehmigen. Tiefbauamtschef Hans Huttenloher habe noch „Restbeträge“ in den Haushaltstiteln gehabt, aus denen er die anfallenden Ausgaben von 20.000 bis 25.000 Euro bestreitet.

Die Ausschussmitglieder nahmen die Erklärung erleichtert zur Kenntnis: Endlich kommt die Mittelinsel. Die Bäume bleiben am Leben. Und diesmal hat die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Stadt offenbar gut geklappt. 

Werner Lauff

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Wahrzeichen in neuem Glanz
Wahrzeichen in neuem Glanz
Inselbad bleibt, was es ist
Inselbad bleibt, was es ist
Neuer Radweg nach Ummendorf
Neuer Radweg nach Ummendorf

Kommentare