Viel Fläche, wenig Arbeitsplätze

Container-Umschlagplatz auf dem Abstellgleis

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Reichlich Platz wäre vorhanden, der Gleisanschluss ebenfalls – dennoch erteilte der Bauausschuss des Stadtrates dem Containerumschlagplatz im Frauenwald nördlich des Großsägewerks Ilim Timber (Foto) eine glatte Abfuhr.

Landsberg – Fast hörte es sich an, als wollte Mathias Neuner Karl Fischer Trost spenden. „Das Ergebnis tut mir leid für Sie. Es gibt viele andere Standorte in Bayern, Sie werden sicher einen finden“, verabschiedete der Oberbürger- meister den Geschäftsführer des Logistik-Kompetenz-Zentrums (LKZ) aus dem Landsberger Bauausschuss. Einstimmig hatte das Gremium zuvor einen möglichen Container-Umschlagplatz im Frauenwald abgelehnt.

Fischer war es mit seiner Präsentation nicht gelungen, die Ausschussmitglieder davon zu überzeugen, dass auf einem derzeit ungenutzten Teilgrundstück des Holzverarbeiters Ilim Timber künftig Container vom Lkw auf Züge (und umgekehrt) verladen werden sollten. Weder das Argument, Container von der Straße zu bringen, verfing im Gremium, noch der Hinweis auf den Standortfaktor eines solchen Umschlagplatzes und die angeblich „schlechte Abdeckung“ in der Region. Der von seinem Unternehmen für eine schweizer Firma geplante Bahnhof schaffe zwar „direkt vielleicht nur zehn Arbeitsplätze vor Ort“, so Fischer. „Aber ohne Umschlagplatz wird es schwierig im internationalen Wettbewerb.“

Kein weiterer Verkehr

Die 20 bis maximal 40 Lastwagen, die den Platz täglich anfahren sollten, machten Wolfgang Neumeier (UBV) stutzig. „Davon kann doch keiner leben, da muss eine erhebliche Steigerung dahinterstecken. Wir wollen aber nicht noch mehr Verkehr anziehen.“ Fischer räumte ein, dass für einen wirtschaftlichen Betrieb „20000 Container pro Jahr auf einem 80000-Quadratmeter-Gelände“ nötig wären, „aber das will hier in Landsberg ja niemand.“ Dem Betrieb aus der Schweiz gehe es eher darum, seine Technologie einzuführen, bei der die Warenbehältnisse ohne Einsatz von Kränen umgeladen werden können.

Bürgermeister Axel Flörke (LLM) wurde dennoch deutlich. „Ich habe schon die Ansiedlung des Holzwerkes für eine der größten Katastrophen für Landsberg gehalten“, hielt er Fischer entgegen. „Gehen Sie lieber ins Lechfeld, da haben Sie eine riesige Umschlagfläche, die geeignet ist.“ Auch Reinhard Skobrinsky (BAL) wies darauf hin, dass der Stadtrat bei der Erschließung des Geländes „explizit keine Logistikunternehmen wollte. Viel Fläche, wenig Arbeitsplätze.“

Zum neuen Immissionsgutachten, das das Landratsamt für den Fall einer Ansiedlung gefordert hatte, kommt es damit gar nicht mehr. Der Bauausschuss stellte das Projekt schon im Vorfeld aufs Abstellgleis und lehnte eine Nutzungsänderung des Geländes im Nordwesten des Frauenwalds mit 13:0 Stimmen ab.

Christoph Kruse

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