Spitalgut Landsberg

Umstellung auf Bio-Betrieb wird weiter geprüft

+
Ob das Spitalgut in Pössing in Zukunft ein Bio-Betrieb sein wird, soll geprüft werden.

Landsberg – Die Diskussion über eine Umstellung des Spitalguts auf ökologische Bewirtschaftung ist nicht neu. Zuletzt hatten die Grünen im Stadtrat vor knapp einem Jahr einen entsprechenden Antrag gestellt. Daraufhin wurden zwei Gutachten in Auftrag gegeben, die jetzt vorliegen. Eine Entscheidung fiel noch nicht.

„Öko-Landbau ist überall auf dem Vormarsch, die Nachfrage steigt“, sagte Ursula König, Fachberaterin für ökologischen Landbau vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg. Im Landkreis Landsberg liege der Anteil der Biobetriebe bei 13,4 Prozent und damit über dem bayerischen Durchschnitt (8,5 Prozent).

Das Spitalgut baut auf 237 Hektar Fläche hauptsächlich Kleegras und Körnermais an. Als reiner Ackerbaubetrieb produziert es keinen organischen Dünger. Um erfolgreich ökologischen Landbau zu betreiben, wäre eine Kooperation mit einem Biobetrieb notwendig, der organischen Dünger in ausreichender Menge abgeben kann. Angesichts der Größe des Spitalguts könnte es schwierig werden, einen solchen Partnerbetrieb zu finden.

Eine Umstellung erfolgt in der Regel im Laufe von zwei Jahren. In dieser Zeit werde sich das Betriebsergebnis verschlechtern, prognostizierte König. Zum einen wären Investitionen in neue Technik und Maschinen notwendig, zum anderen gibt es für „Umstellungsware“ schlechtere Preise. Für die Zeit danach hatte die Fachberaterin drei Varianten durchgerechnet. Die wirtschaftlich Beste geht von einem größeren Produktionsanteil an Körnermais sowie einem Verkauf der Kleegrasernte aus. In diesem Fall könnte das Betriebsergebnis ähnlich ausfallen wie bei konventioneller Bewirtschaftung.

Aufgrund dieser Unsicherheiten forderte Berthold Lesch (CSU) zusätzlich zu den Gutachten eine Machbarkeitsuntersuchung. Erst dann könne der Stadtrat abstimmen. „Wir brauchen vor einer Entscheidung noch Zahlen, Daten und Fakten.“

Betriebsleiter Bernhard Tobisch betonte, das Spitalgut bereits jetzt so naturnah und umweltschonend wie möglich zu bewirtschaften. „Aber der Betrieb muss auch Geld verdienen und wirtschaftliche Deckungsbeiträge liefern.“ Aus seiner Sicht sind die ökologischen und ökonomischen Aspekte einer Umstellung nicht miteinander in Einklang zu bringen – möglich sei die Umstellung auf eine ökologische Bewirtschaftung nur, „wenn die Wirtschaftlichkeit keine Rolle spielt und der Stadtrat voll dahinter steht“.

Dr. Andreas Hartmann (Grüne) wollte das Thema aber nicht auf die Wirtschaftlichkeit reduziert wissen. Finanzielle Gewinne werde das Spitalgut nie machen. „Aber wir wollen Gewinne beim Artenschutz und der Bio-Diversivität.“ Im Übrigen würden sich die Märkte auftun, wenn die Umstellung vollzogen sei.

Frage des Stiftungszwecks

OB Mathias Neuner erinnerte die Stadträte daran, dass sie in diesem Fall in der Rolle von Stiftungsräten der Heilig-Geist-Stiftung tätig seien, für die das Spitalgut eine Einnahmequelle ist. „Ökologischer Landbau ist nicht Stiftungszweck“, sagte auch Christian Hettmer (CSU).

Allerdings ist der Stiftungszweck aktuell gar nicht klar definiert. Ursprünglich bestand er darin, „den Armen und Kranken zu helfen“ (Neuner). Aus seiner Sicht sei ein bewusster Verzicht auf Einnahmen daher kritisch zu sehen. Mit 20:5 entschied der Stadtrat, einem Geschäftsordnungsantrag von Berthold Lesch zu folgen und eine Machbarkeitsüberprüfung durchführen zu lassen.

Auch interessant

Meistgelesen

Kult-Ausschankhalle Craft-Bräu in Dießen schließt
Kult-Ausschankhalle Craft-Bräu in Dießen schließt
Thomas Beyhl ist Landsbergs neuer Haushaltsmeister
Thomas Beyhl ist Landsbergs neuer Haushaltsmeister
Unbekannte sprengen Zigarettenautomat in Reichling
Unbekannte sprengen Zigarettenautomat in Reichling
5x2 Karten für das Phantom der Oper in Landsberg gewinnen
5x2 Karten für das Phantom der Oper in Landsberg gewinnen

Kommentare