Reif fürs Guiness-Buch

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Die Mittagsbetreuung ist im ehemaligen Schützenheim, die Schützen zogen ins Jugendhaus und dessen Umbau kostete die Gemeinde nun wieder zusätzliche 43000 Euro.

Kaufering – Leidensfähig haben sich die Kauferinger Schützen gezeigt, wenn es um den sogenannten Ringtausch ging. Und leidensfähig war dann auch der Marktgemeinderat: Er musste zusätzliche Kosten für den Umbau des Jugendhauses Oval genehmigen.

Hermann Bader von der Bauverwaltung der Gemeinde erklärte, warum zu den mittlerweile 380000 Euro für den Umzug des Schützenvereins „Enzian“ weitere 43000 Euro hinzukamen.

„Dass bei diesem ganzen Tausch einiges im Argen ist, das weiß ich schon lange“, meinte Bader, der sich in der Verwaltung um Hochbau-Angelegenheiten kümmert. Das Jugend­- haus Oval wurde im Zuge des Umzuges baulich von den Schützenräumen getrennt. Das alte Vereinsheim nutzt nun die Mittagsbetreuung der Grundschule. Neben der räumlichen Trennung fielen aber weitere Maßnahmen an – insbesondere mussten viele Reparatur- und auch Ausbesserungsarbeiten im Jugendhaus durchgeführt werden.

„Knackpunkt war hier der Disco-Raum der Jugendlichen“, erklärte Hermann Bader. Der Raum sei regelrecht zerstört worden. „Die Jugendlichen haben vermutlich mit Billardqueues die ganze Decke zer­- stochen.“ Auch die Dämmfolie war durchbohrt, allerdings sei sie ohnehin unsachgemäß eingebaut worden. „Das war alles ursprünglich so nicht vorgesehen.“ Außerdem waren die Eingangstüren zu dem Raum im Rahmenbereich durchgefault, ebenso musste der Kork an den Wänden repariert werden. Zusätzlich sei eine neue Küchenzeile gekauft worden und ein überlasteter Holzträger im Bereich des östlichen Anbaus verstärkt worden.

Insgesamt kostete der Umbau des Jugendhauses außerplanmäßig 43000 Euro. Als „Taschenspielertrick“ bezeichnete Gabriele Triebel (GAL) die Situation, dass dem Marktgemeinderat bisher nur Nettokosten genannt wurden. „Das war die Vorgabe der Politik“, rechtfertigte Bader, der sowieso überlastet sei und gar keine Zeit habe, Projekte genau durchzukalkulieren. „Es muss immer schnell gehen.“

„Der Ringtausch ist ein sehr emotionales Thema“, meinte Bader und Bürgermeister Erich Püttner fügte an: „Das ist aber nicht das Problem der Schützen.“ Diese seien ohnehin sehr leidensfähig gewesen, nahm Bader den Verein in Schutz, denn sie konnten während des Umzugs nicht üben und befinden sich nun im Tabellenkeller.

Insgesamt kostete der Ringtausch mit Umzug der Schützen, Umbau des ehemaligen Vereinsheims zugunsten der Mittagsbetreuung und Umbau am Jugendhaus die Marktgemeinde rund 468000 Euro. „Damit kommen wir ins Guiness-Buch der Rekorde“, meinte Gabriele Triebel. Nichtsdestotrotz appellierte Püttner, die überplanmäßigen Ausgaben für den Umbau des Jugendhauses zu genehmigen. Mit 10:8 Stimmen sprach sich der Gemeinderat allerdings nur denkbar knapp dafür aus.

Janina Bauch

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