Unansehnliche Visitenkarte

Der umfangreichen Brandschutzsanierung geschuldet: Weil die Toiletten der Gaststätte im Landsberger Sportzentrum erst wieder Ende September zu Verfügung stehen, muss der Gast mit einem der vier Dixie-Klos im Eingangsbereich Vorlieb nehmen. Foto: Kruse

Walter Ott ist sauer. Der Pächter der Gaststätte im Sportzentrum muss wegen der umfangreichen Brandschutzsanierung noch mehrere Wochen auf die Toiletten in der Wirtschaft verzichten und seine Gäste auf vier „Dixie-Klos“ vor dem Eingang verweisen. „Das ist unzumutbar, vor allem für die Frauen und war so auch nicht ausgemacht“, wettert Ott. Bei der Stadt sieht man das ganz anders: Man sei im Zeitplan, die vereinbarten Termine alle mit Ott abgesprochen und bisher auch eingehalten. Allerdings gibt es bei der Großbaustelle Sportzentrum an mehreren Ecken Ärger.

„Mir wurde gesagt, ab 23. Juli würden die Toiletten saniert, bis Ende August sei alles fertig, ich würde maximal eine Woche Dixies brauchen“, sagt Ott. „Jetzt dauert das noch einmal mindestens vier Wochen, das ist ein immenser Schaden für mich.“ Dieser Sache nahm sich dann SPD-Stadtrat Dieter Völkel an und schickte eine e-Mail an OB Mathias Neuner (CSU). Der Zustand sei „völlig untragbar“, zumal in der Gaststätte auch Ver­- anstaltungen stattfinden würden. Neuner ließ den Vorgang umgehend prüfen und antwortete mit einer Stellungnahme von Ulla Höß vom Stadtbauamt. Höß die widerspricht in dem Schreiben den Vorwürfen detailliert. Der Abschluss der Arbeiten bis 30. August sei lediglich für die Gaststätte geplant gewesen, die Fertigstellung der Toiletten sei bis 26. September. vorgesehen gewesen. „Diese Termine wurden in einer Besprechungsnotiz festgehalten, die auch Herrn Ott zugesendet wurde“, so Höß. Weiter wird in der städtischen Stellungnahme darauf hingewiesen, dass man die Gaststätte ursprünglich habe deutlich länger schließen wollen, dem Pächter aber entgegengekommen sei. Man habe ihn aber darauf hingewiesen, dass die Toi­letten Ende August noch nicht funktionsfähig seien, daraufhin sei „in allgemeinem Einvernehmen“ besprochen worden, dass „z.B. die Toiletten der Eissporthalle“ genutzt werden könnten. Nachdem Walter Ott nun weder dies noch die mobilen Toiletten für einen gangbaren Weg halte, habe man wegen seiner Beschwerde am Montag nach Alternativen gesucht. Ulla Höß weist auch darauf hin, dass sich der Pächter seitdem nicht mit den zuständigen Planern in Verbindung gesetzt habe. „Stattdessen hat er sich inzwischen wohl an die Presse gewendet.“ Wie das Problem nun gelöst wird, ist weiterhin offen, ob die Aufstellung der Dixie-Klos überhaupt zulässig ist, auch. Walter Ott: „Da müsste von den Vorschriften her auf jeden Fall fließendes Wasser zum Hände­- waschen drin sein, das haben die natürlich nicht.“ Er befürchtet bei einer möglichen Kontrolle durch die Lebensmittel­- überwachung erhebliche Schwierigkeiten. Am ehesten ließe sich die missliche Lage wohl noch mit einem Toilettenwagen verbessern – für den fehlen allerdings im Bereich vor der Gaststätte die nötigen Zu- und Abläufe. Der nächste Härtetest kommt auf die vier kleinen Klohäuschen bereits am kommenden Samstag zu: Dann feiert der HC Landsberg zum Saisonauftakt sein Sommerfest auf der Terrasse der Gaststätte im Sportzentrum. Dass die Veran­- staltung trotz der Probleme nicht abgesagt wurde, ist für Ott verständlich: „Die brauchen ja auch jeden Euro für den Nachwuchs.“

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