Will niemand die Fischer?

Unstimmigkeiten um neuen Standort für die Fischergilde Barbara

Die Angler der Fischergilde Barbara möchten ihr Vereinsheim und Materiallager am Altöttinger Weiher errichten.
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Die Angler der Fischergilde Barbara möchten ihr Vereinsheim und Materiallager am Altöttinger Weiher errichten.

Landsberg – Die Fischergilde Barbara sucht einen Standort für den Bau eines Vereinsheims und Materiallagers – am Altöttinger Weiher, den der Verein betreut und pflegt. Drei Alternativen stehen rund um den Weiher zur Verfügung. Aber die führen nicht gerade zur Zufriedenheit in der Nachbarschaft. Besonders die Anwohner der Jahnstraße fühlen sich benachteiligt. 

Der Verein leiste einen wertvollen Beitrag zur Pflege von Gewässer und Uferbereich, hieß es schon in der Sitzung des Bauausschusses im September 2019. Der damals den Bau eines Vereinsgebäudes für die Fischergilde Barbara am Altöttinger Weiher als „genehmigungsfähig“ gewertet hat. Die Frage, wo genau, bleibt offen. „Beschlossen ist hier noch nichts“, äußert sich Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann auf Anfrage des KREISBOTEN dazu. Das Anliegen der Fischergilde sei bereits im letzten Sommer an die Stadt Landsberg herangetragen worden. Nun werde es konkreter, da die Räumlichkeiten in Kaufering zum Ende des Jahres aufgegeben werden müssten.

Dass die Fischergilde Vereinsheim und Materiallager am Altöttinger Weiher zusammenführen möchte, mache für Hartmann Sinn. Aktuell seien die drei in Frage kommenden Standorte, in enger Abstimmung mit der Fischergilde, geprüft worden: auf Seite der Altöttinger Straße, nördlich des Parkplatzes auf Höhe der Festwiese, auf gleicher Seite nochmals 150 Meter weiter nördlich der Schrebergärten auf Höhe der Tennisplätze oder auf Seite der Jahnstraße bei der alten Obdachlosenbaracke.

Die Überlegung, das Gebäude auf dem eigentlich zu renaturierenden Areal in der Jahnstraße zu bauen (der KREISBOTE berichtete), ist für die Mitglieder der Bürgerinitiative „Leben und Wohnen am Altöttinger Weiher (LWAW) unverständlich. In einem

Vorort-Termin mit Moritz Hartmann sowie Stadträtin Christina Roidl (SPD) Anfang Oktober wurden sie sowie die Anwohner über die aktuelle „Standortprüfung“ informiert. „Das war uns wichtig, noch bevor die Vorschläge ins Gremium gehen“, meint Hartmann. „Alle drei Optionen stehen noch.“ Am Ende müsse der Bauausschuss darüber entscheiden, der Anfang Dezember tage.

Für die beiden Alternativen auf der anderen Weiherseite benötige man Baurecht, das erst geschaffen werden müsse. Da der Bebauungsplan des Obdachlosenheimes ursprünglich einen vierten Baukörper sowie einen angrenzenden Parkplatz vorsah, sei es einfacher, das Baurecht für die Fischergilde umzuwidmen. Die Anwohner der Jahnstraße sind davon nicht begeistert. Mit der Obdachlosenunterkunft und dem FT-Jahn Sportareal, das eventuell sogar um einen Biker- und Skaterpark ergänzt werde (darüber berichten die Vereine im heutigen Kulturausschuss), habe man schon zwei große Einrichtungen mit zum Teil hohem Verkehrs- und Lärmaufkommen vor der Tür, so der LWAW-Vertreter. Daher wäre es „nur gerecht“, das neue Vereinsgebäude am anderen Weiherufer zu errichten. „Publikums­intenisve Hotspots“ sollten fair verteilt werden.

Einwände gebe es immer, so Hartmann. Auch „drüben“ habe man schon Unterschriften gesammelt. „Dabei sollten wir froh sein, dass wir einen Verein haben, der sich um den Altöttinger Weiher kümmert.“ Einerseits wolle man ein „buntes Landsberg“ und die Vielfalt der Vereine, aber „lieber nicht vor der eigenen Tür“. Zudem würden sich nicht alle Aktivitäten der Fischergilde im Vereinsheim abspielen. „Die haben ja auch noch andere Gewässer.“ Dennoch beziehe man von Seiten der Stadt die Bedenken der Bürger in die Überlegungen mit ein.

„Fischer sind Naturschützer“, sagt Johannes Vogel, Erster Vorsitzender der Fischergilde. „Wir fischen, pflegen das Areal, schneiden Schilf – und kümmern uns auch um den Müll.“ Die Angler der Fischergilde möchten vor allem eins: am Altöttinger Weiher sein. Nun warten sie die Entscheidung des Gremiums ab. Hoffentlich kommt es zu einer. Im schlimmsten Fall würden alle drei Vorschläge abgelehnt, so Hartmann. „Dann geht alles wieder von vorne los.“
Andrea Schmelzle

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