Fernseher war zu laut

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Landsberg – Teuer endete ein Nachbarschaftsstreit für einen der beiden Beteiligten. Der 49-Jährige vom Ammersee-Westufer wurde zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt, weil er nach Überzeugung des Amtsgerichts seinen Nachbarn als „Hosenscheißer“ tituliert und ihm einen Faustschlag versetzt hatte. Der 25-Jährige hatte sich zuvor darüber beschwert, dass bei dem Angeklagten der Fernseher zu laut war.

Beide Parteien wohnen Tür an Tür am Ammersee-West im Dachgeschoss eines örtlichen Bankgebäudes – der Angeklagte ist dort Hausmeister. Schon öfter hatte es Ärger mit dem Mieter nebenan gegeben. „Es ging meist um Kleinigkeiten“, sagte der 25-Jährige im Zeugenstand – um angeblich müffelnde Schuhe im Treppenhaus, um die Mülltrennung und die Treppenhausreinigung. „Der nervt mich schon, seit er neben uns wohnt“, ließ die Ehefrau des Angeklagten das Gericht wissen. 

Am fraglichen Abend im März dieses Jahres kamen der 25-Jährige und seine Freundin spät nach Hause und wollten nur noch ins Bett. An Schlaf war jedoch nicht zu denken. „Beim Nachbarn war es laut“, so der Zeuge. Als er daraufhin an der Tür des 49-Jährigen klingelte, kam es zu einem lautstarken Streit. Dass dabei Kraftausdrücke fielen, „will ich nicht unbedingt abstreiten“, räumte der Angeklagte ein. Geschlagen habe er sein Gegenüber aber nicht. „Ich habe definitiv keine Hand angelegt.“ Die Aussage des 25-Jährigen und seiner Freundin, die einen Schlag gehört haben wollte, überzeugten das Gericht jedoch. Der Mann hatte danach die Polizei gerufen, die ein Foto von seiner Wange gemacht hatte. Die rote Stelle darauf versuchte Verteidiger Wolfgang Hofberger vergeblich mit dem Argument wegzudiskutieren, der Zeuge habe von Haus aus rote Stellen im Gesicht. „Ich hatte am nächsten Tag Probleme beim Kauen und bin ins Klinikum gefahren“, berichtete der 25-Jährige. Kieferprellung lautete die Diagnose. Ein Arbeitskollege bestätigte vor Gericht, dass der Mann ihm kurz darauf von der Handgreiflichkeit berichtet hatte. 

Staatsanwältin Katharina Schneider forderte wegen Beleidigung und vorsätzlicher Körperverletzung eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 50 Euro. Verteidiger Hofberger hielt nur die Beleidigung für bewiesen und 20 Tagessätze für ausreichend. Richterin Simone Zwiener sah das jedoch anders, ihr Urteil lautete auf 60 Tagessätze.

Ulrike Osman

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