Unter der Obhut der Gemeinde

Die Mitglieder des Kreistages ließen sich vergangene Woche von Monika Sedlmaier (links) auf dem Erholungsgelände in Eching die geplanten Veränderungen erläutern. Foto: Ruile

Der Landkreis möchte den Betrieb seines Erholungsgeländes am Ammersee vertraglich an die Gemeinde Eching übertragen – allerdings erst nach der Sanierung. 250000 Euro sollen dafür im Haushalt 2012 des Landkreises bereit stehen. Nach dem einstimmigen Ja des Kreisausschusses traf sich der Kreistag in der vergangenen Woche mit dem Echings Bürgermeister Siegfried Luge zu einer Ortsbegehung am Ammersee-Nordufer.

Landrat Walter Eichner (CSU) und die Mitglieder des Kreistages wollten in Augenschein nehmen, in welchem Zustand sich die in die Jahre gekommene Anlage aus den 70er Jahren im Einzelnen befindet. Bürgermeister Luge bekräftigte eingangs erneut das große Interesse, das Erholungsgebiet in Obhut und Pflege zu nehmen. Er bestätigte damit Eichners Einschätzung, wonach sich die Gemeinde durchaus in der Pflicht fühle, „etwas mit dem Kreis zu machen“. Einen einfachen Badestrand wünscht sich der Bürgermeister und „offene Duschen, simpel und leicht zu pflegen“. Wie Musik in seinen Ohren müssen da die Ausführungen von Monika Sedlmaier, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, geklungen haben. Deren Vorschläge für den sanitären Bereich sehen genau diese Lösung vor. Einigkeit bestand zwischen der Fachfrau und dem Bürgermeister auch in der als problematisch bewerteten Situation der Toilettenanlage am Rand des Areals. Völlig überdimensioniert, von Anfang an, sei sie, zu wenig und unregelmäßig gewartet und, aufgrund des abgelegenen Standorts, häufig von Vandalismus betroffen. Daher der Vorschlag Sedlmaiers: Abriss dieses Sanitärkomplexes und Installation bzw. Sanierung der Toiletten- und Duschanlage im Bereich des Seecafes. Schöner Seeblick Kernstück des Maßnahmenkatalogs ist jedoch der Uferbereich. Laut Siegfried Luge plant die Gemeinde den Bau einer Betretungsplattform in dem oberen Bereich, für den aus Artenschutzgründen ein Zugangs­- verbot besteht. Auf diese Weise wolle man „den schönsten Blick auf und über den Ammersee freigeben“. Dass diese Einschätzung nicht die einhellige Zustimmung aller Kreistagsmitglieder, insbesondere der „Am­- merseeler“ fand, nahm Luge schmunzelnd in Kauf. Ernst wurde der Kommunalpolitiker, als er auf die Problematik der Liegewiese zu sprechen kam. Wie schon Sedlmaier zuvor, wies auch Luge auf ein kartiertes Biotop in einem Teilbereich des Areals hin. Dennoch habe sich die Liegewiese ursprünglich entlang dieses Bereichs bis hin zu den Wasserwachtshäusern erstreckt. Ein­- deutiger Beleg hierfür seien die noch heute dort stehenden alten Abfalltonnen. Vertreter von Landkreis und Gemeinde sind sich darin einig, dass die Liegewiese in jedem Fall in ihrer ehemaligen Größe wiederhergestellt werden solle. Bis zum Kiessaum Vorgesehen ist nun, den alten Baumbestand zu erhalten, jedoch den gesamten Unterwuchs zu roden und stattdessen eine Wiese bis zum Kiessaum anzulegen. Da das Gelände teil- und zeitweise sehr nass sei, denke man darüber nach, vereinzelt Liegepodeste aus Holz zu errichten. Außerdem solle die Mähfrequenz von derzeit drei- bis viermal deutlich erhöht werden. Mit Blick auf die jungen Gäste des Erholungsgebiets wies Sedlmaier abschließend darauf hin, dass ein Leinenzwang für Hunde vorgesehen sei und man deshalb künftig auf die Einzäunung der Kinderspielplätze verzichten könne. Sollten Sanierung, Pflege und Entwicklung des Echinger Erholungsgebietes mit den veranschlagten 250000 Euro umgesetzt werden, wird sich Bürger­- meister Luge eine derzeit häufig gestellte Frage wohl nicht mehr anhören müssen: „Ja mei, wie schaut’s denn bei am Badestrand aus?“ Und er wird nicht mehr antworten müssen: „Tut mir leid, gehört mir nicht…“.

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