Jetzt doch keine Villa

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Der Kauf der ehemaligen Offiziersvilla in der Irving-Heymont-Straße zur Unterbringung von minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen ist nun vom Tisch. Der Kauf des Gebäudes wäre zu teuer gewesen.

Landsberg – Das Thema Asyl beschäftigt Stadt und Landkreis heute wohl mehr denn je: Die Flüchtlingsströme reißen nicht ab. Für den Landkreis bedeutet das, man wird bis Jahresende voraussichtlich bis zu 1070 Asylsuchende unterbringen müssen. Wie die Unterbringungssituation der Asylbewerber derzeit aussieht und was Stadt und Landkreis diesbezüglich unternehmen wollen, darüber wollen Landrat Thomas Eichinger und Oberbürgermeister Mathias Neuner in einer Veranstaltung für alle Bürger am Freitag informieren.

In erster Linie wolle man die Bürger und Nachbarn „mitnehmen”, sagte Oberbürgermeister Mathias Neuner während eines Pressegesprächs am Montag. In der Münchener Straße habe es, seitdem die Containeranlage dort besteht, keine größeren Konflikte gegeben, so Landrat Thomas Eichinger. Die Zusage der Stadt, dort eine Containerwohnanlage zu betreiben endet eigentlich im Oktober. Nun wird die Unter- bringung dort bis 2019 verlängert. „Das Baurecht hat sich geändert”, erklärt Eichinger. Das Landratsamt habe daraufhin einen Antrag an die Stadt gestellt, der Stadtrat muss noch zustimmen. 

Hinzu kommt nun noch ein Containerstandort in der Iglinger Straße. 60 Asylbewerber können dort etwa ab Mitte August untergebracht werden, die Container werden Ende Juli geliefert werden, so Landratsamtssprecher Wolfgang Müller. Nicht nur in der Stadt, auch in anderen Gemeinden werden Container aufgestellt: Weitere 60 Personen könnten bald eine Unterkunft in Geltendorf am Bahnhof finden. 

Vom Tisch ist dagegen die Aufstellung von Containern vor dem Hochbauamt in der Irving-Heymont-Straße in Landsberg. Die Unterbringung von bis zu 88 Asylbewerbern im zweiten Obergeschoss des Gebäudes, ersetzt in etwa eineinhalb Containerstandorten. Auch in der Pfettenstraße wolle er noch einmal „angreifen”, so Landrat Eichinger, und eine mögliche Unterbringung dort prüfen lassen. Heimatminister Markus Söder habe diesbezüglich seine Hilfe angeboten, welche man auch nutzen möchte. 

Weiterhin sollen die Asylbewerber aber auch weiterhin gestaffelt nach Einwohnerzahlen auf die Gemeinden verteilt werden, versicherte OB Neuner. Dabei ist die dezentrale Unterbringung, wie sie im Landkreis durchgeführt, eigentlich ungewöhnlich, ergänzt Eichinger. Die Gemeinschaftsunterkunft (GU) sei normalerweise die „Standardunterbringung”. 

Eine gute Nachricht hatten Landrat und Oberbürgermeister noch bezüglich der „Fehlbeleger”, wie die anerkannten Flüchtlinge genannt werden, zu verkünden: Für die Unterbringung dieser Personengruppe komme nun der Staat für ein halbes Jahr auf. 

Außerdem ist wohl auch der Kauf der ehemaligen Offiziersvilla in der Irving-Heymont-Straße vom Tisch: Hier sollten unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge untergebracht werden. Der Kauf sei einfach zu teuer gewesen, so Eichinger. 

Stattdessen hat man für die Unterbringung der minderjährigen Flüchtlinge – man rechnet derzeit mit einem Bedarf von etwa 70 Plätzen – weiterhin den ehemaligen „Wichtelgarten” am Wiesenring im Visier: Der Kaufpreis für dieses Gebäude liege „deutlich unter einer Million”, so Landrat Eichinger während des Pressegesprächs. Eine Renovierung liege aber immerhin im „unteren siebenstelligen Bereich”. Außerdem habe man noch ein Bürogebäude in Kaufering in der Kolpingstraße im Auge. Dort müsse nicht viel gemacht werden, es handele sich hauptsächlich um Trockenbauarbeiten, so Eichinger. 

Landrat und Oberbürgermeister hoffen nun, dass möglichst viele Bürger zu der Infoveranstaltung erscheinen. Diese findet am kommenden Freitag, 24. April um 19 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamtes statt.

Astrid Erhard

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