Unterföhrings später Tiefschlag

Auch Marcus Steinberger (links) konnte nicht verhindern, dass Oner Gebesci und der FC Unterföhring einen Punkt aus dem hacker-Pschorr-Parkl entfürhten. Foto: Krivec

Man kann das 2:2 (2:1) des TSV Landsberg gegen den FC Unterföhring positiv sehen: Diesmal wurde zuhause nicht verloren. Absolut bitter ist dagegen, dass man den Ausgleich wieder einmal in der Nachspielzeit kassierte und die Chance verpasste, sich vom unteren Tabellendrittel klar abzusetzen.

Knapp 94 Minuten waren abgelaufen, als der Ball ein letztes Mal in den Landsberger Strafraum segelte, ob es dann ein Eigentor war oder tatsächlich der Unterföhringer Sichort den Ball zum 2:2 ins Tor beförderte, blieb umstritten – und letztlich gleichgültig. Sven Kresin – seit seiner Kreuzbandoperation in der vergangenen Woche für das kommende halbe Jahr vom Spielertrainer zum Trainer geworden – beschwerte sich zwar nach dem Schlusspfiff noch beim Schiedsrichter, dass der „statt der drei angezeigten Minuten fünf hat nachspielen lassen“, sagte dann später aber auch: „Der Schiedsrichter hat den Ball nicht ins Tor geschossen. Da sind wir schon selbst schuld.“ Eine Konditionsfrage sei es aber nicht, so Kresin, dass seine Truppe bereits das vierte Tor nach Ablauf der regulären 90 Minuten kassiert hat. „Das ist die Konzentration, daran müssen wir arbeiten.“ Dabei lief es im Hacker-Sportpark zunächst gut für den TSV und alles sah danach aus, als könnte endlich der zweite Heimsieg eingefahren werden. Mit der ersten nennenswerten Chance, die allerdings blendend herausgespielt war, stand Stefan Strohhofer allein vor dem Unterföhringer Tor und wurde vom Torhüter gefoult. Den unstrittigen Strafstoß verwandelte Mario Michelini zum 1:0 (12.). Nach 35 Minuten hieß es sogar 2:0: Nach einem Freistoß hatte Stefan Strohhofer den Ball per Kopf zu Robert Rakraric bugsiert, der sicher abschloss. Die Antwort der Gäste ließ nicht auf sich warten. Ercan Maraz war es, der mit einem abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze nur zwei Minuten später auf 2:1 stellte, nachdem der Ball bereits zuvor am Landsberger Pfosten gelandet war. Nicht nur dieser gefährliche Angriff war über die rechte Abwehrseite des TSV vorgetragen worden, was ein wenig überraschte, da man die Stärken der Gäste eigentlich eher auf der anderen Seite vermutet hatte. „Da hat Unterföhring mit Ömer Gebesci einen starken Mann, aber den hat Alexander Buschel gut in den Griff bekommen. Leider hatte auf der anderen Seite bei uns Baris Ayoglu nicht seinen besten Tag und deswegen habe ich zur Halbzeit gewechselt“, so Kresin. Matthias Schappert machte seine Sache besser, aber insgesamt zeigte der TSV dann nicht das gute Konterspiel, das man zuletzt gewohnt war. „Da hat uns die Präzision gefehlt", meinte der Trainer, „die Spielzüge kamen nur ansatzweise.“ Außerdem verstanden es die Gäste, der Partie mit allerlei Nickligkeiten den Spielfluss zu nehmen, wobei sie vom nicht immer souveränen Schiedsrichter mit einer wahren Kartenflut unterstützt wurden. Dennoch hätte der TSV die Partie vorzeitig entscheiden können. Bis zur Schlussphase kamen die Gäste kaum zu Chancen, dafür brachte Sebastian Bonfert in der 65. Minute allein vor dem Tor den Ball genau so wenig an Keeper Vidovic vorbei wie Sturmkollege Rakaric im Nachschuss. Für den TSV Landsberg geht es nun nach Markt Schwaben. „Wir wissen, was da auf uns zukommt“, sagt Sven Kresin, „die haben am Wochenende in Burghausen gepunktet, das sagt schon etwas.“ Sein Wunsch: „Nicht wieder in den Schlussminuten Punkte verlieren.“ Auf die aktive Hilfe ihres verletzten Trainers müssen die Landsberger freilich auch dann verzichten.

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