Asylunterkünfte, aber wo?

Asyl: Stadtrat setzt Prioritäten

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Das bereits erschlossene städtische Areal an der Ecke Spitalfeldstraße/Am Kornfeld (schraffiert) ist in der Prioritätenliste für Flüchtlingsunterkünfte ganz nach oben gerückt.

Landsberg – Bereits in der Montagsrunde hatten die anwesenden Mitglieder des Stadtrats die von der Verwaltung erarbeiteten und mit dem Landratsamt abgestimmten Pläne für die Asylunterkünfte einhellig begrüßt. Dabei legten sie die Reihenfolge für die Verwirklichung der einzelnen Standorte fest. Das Vorhaben „Penzinger Feld“, das zunächst an sechster Stelle stand, erhält erste Priorität. Die Aufstockung der Con­tainer an der Iglinger Straße, die in der Verwaltungsvorlage an erster Stelle stand, soll erst ganz zum Schluss erfolgen.

Diese Veränderung führte am Mittwoch zu einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann: Der Stadtrat stimmte dem Plan einstimmig zu. Das Einvernehmen wurde dadurch erleichtert, dass die Stadt an der 60er-Grenze festhält: „Die Standorte dürfen eine maximale Belegung von jeweils 60 Plätzen nicht überschreiten.“ Freilich gilt: „Als zweite Ausbaustufe wird einer Erhöhung um jeweils 30 Plätze zugestimmt. Die Erhöhung darf jedoch erst erfolgen, wenn alle vorgenannten Standorte für Asylunterkünfte belegt sind“, heißt es im Stadtratsbeschluss.

Davon ausgenommen ist die Iglinger Straße, die im Fall des Ausbaus bereits mehr als 90 Plätze haben wird. Der Standort Hermann-Köhl-Straße (Tauscher-Gebäude) kann dem Beschluss zufolge auf 120 Plätze erweitert werden. Somit können 600 weitere Personen untergebracht werden. Insgesamt geht es in der Stadt um 800 Plätze.

Die Zahl ist auch deswegen so hoch, weil anerkannte Asylbewerber zunächst in den Unterkünften bleiben, weil sie keine Wohnung finden; sie sind dann Fehlbeleger. Die Stadt geht von 20 Fehlbelegern pro Woche und einer Fehlbelegerquote von 15 Prozent aus – jeder sechste Asylplatz wird von einer Person belegt, die bereits Bleiberecht hat.

Beginnen will die Stadt mit ihrem eigenen Grundstück am Penzinger Feld; das Landratsamt bereitet zurzeit den Bauantrag vor. Nummer 2 ist die Weiherstraße in der Schwaighofsiedlung. Das Grundstück liegt westlich der Tennisplätze und südlich der Gärtnerei. Nummer 3 ist die „Pfettenstraße West in Verlängerung der Akazienstraße“, an den Tennisplätzen der Justizvollzugsanstalt (JVA).

Priorität 4 hat ein Areal an der Schongauer Straße (südlicher „Wiesengrund“). Priorität 5: ein Grundstück an der Schwaig­hofstraße direkt süd­lich der A96, in der Nähe des alten Sägewerks. Priorität 6: das Freigelände bei der Alten Schule in Pitzling. Priorität 7: die Iglinger Straße, Phase 2. Die bereits auf der Tagesordnung stehende „Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens“ wurde daher vertagt. Ebenfalls zurückgezogen wurde ein Antrag zur Ohmstraße; hier scheint es größere Schwierigkeiten zu geben.

Gegenseitiger Dank

Applaus spendete der Stadtrat Jost Handtrack (Grüne), dem Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) vorher ausführlich gedankt hatte. Seine Tätigkeit sei für den jetzt gefundenen Konsens entscheidend gewesen. Handtrack dankte seinerseits dem OB für die Verhandlungsführung mit den Regierungsstellen. Mit der Entscheidung können die Anwohner rund um die Ahorn­allee aufatmen. Es kommt nicht zu einer Ballung von Unterkünften in diesem Bereich; außerdem findet an der Birkenstraße Wohnungsbau statt. Bereits früh soll Wohnungsbau in der Pfettenstraße beginnen. In beiden Fällen sollen auch Sozialwohnungen entstehen.

Werner Lauff

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