"Plakativer" Blickfang

+
Bürgermeister Herbert Kirsch mit den Modellen zu Christian Tobins Steinskulptur und den beiden preisgekrönten Arbeiten des Kunst am Bau-Wettbewerbs der „Mann mit dem goldenen Fisch“ von Mathias Rodach und der „Fischträger“ von Josef Lang.

Dießen – Schon im Herbst könnte er von fern über den Dächern der Fischerei, dem ältesten Ortsteil Dießens, zu sehen sein – der Mann mit dem goldenen Karpfen. Die 2,30 Meter hohe Bronzefigur soll auf einem 5,60 Meter hohen Eichenstamm stehen, so will es der Bildhauer Mathias Rodach aus Dießen. Die Figur hat, so die Überzeugung der Jury, das Zeug zu einem neuen Wahrzeichen der Ammersee-Gemeinde.

Mit dem 2. Platz im Kunst-Am-Bau-Wettbewerb zur Ausgestaltung der Mühlstraße wurde der „Fischträger“ von Josef Lang (Denklingen) ausgezeichnet. Langs abstrahierte menschliche Figur trägt auf ausgestreckten Armen einen Riesenfisch zum See. Das Zünglein an der Waage wird in seiner nächsten Sitzung der Gemeinderat sein. Das Gremium darf entscheiden welcher Arbeit der Vorzug gegeben werden soll. 

Insgesamt nahmen sieben Bildhauer auf Einladung der Gemeinde mit ihren Entwürfen und Modellen am Wettbewerb teil. Auch Joachim Maria Hoppe (Thaining) und Sibylle Schwarz (Dießen) griffen das Fischmotiv auf. Einen Brunnen konzipierte Andreas Kloker (Schondorf). Richard Gruber (Schrobenhausen) entwarf vier Bronzeplastiken, die Themen aus der Geschichte und Gegenwart der Marktgemeinde darstellen. Christian Tobins (Riederau) Beitrag sah vor, ein Wellenbild des Ammersees in eine Steinskulptur zu reproduzieren. 

70 000 Euro will sich Dießen die Kunst in der Mühlstraße kosten lassen, einschließlich Fundament sind 113 000 Euro im Haushalt eingeplant, erklärte Bürgermeister Herbert Kirsch bei der Präsentation im Rathaus. Dort sind sämtliche Entwürfe und Modelle während der Öffnungszeiten im Foyer des Obergeschosses zu sehen. Der 20-köpfigen Jury unter Leitung von des Kunsthistoriker und Heimatvereinsvorsitzenden Dr. Thomas Raff gehörten neun Fachleute, neun Gemeinderatsmitglieder und zwei beratende Ingenieure an. 

Ein dritter Preis wurde nicht vergeben. Mit dem dafür vorgesehen Preisgeld von 1000 Euro wurden die ersten beiden Preise auf 2500 und 2000 Euro erhöht. In Mathias Rodachs Skulptur „Der Mann mit dem goldenen Fisch“ komme nach Ansicht der Jury der Bezug zu Dießen sehr deutlich, geradezu „plakativ“ zu Tage, sagte Bürgermeister Herbert Kirsch. 

Der Künstler selbst sieht in seiner Arbeit ein „Urbild Dießener Geschichte“, das daran erinnert, dass die Gemeinde nicht zuletzt durch den Fang aus dem Ammersee zu Wohlstand und Ansehen kam. Dieses Urbild, platziert am Kreuzungspunkt von Fischerei und Mühlstraße auf dem Untermüllerplatz, soll die Besucher schon von weitem begrüßen und auf ihrem Weg durch das historische Zentrum begleiten. 

Rodach hat nach einer als Kammersieger beendeten Steinmetzlehre an der Akademie Nürnberg studiert, wo er Meisterschüler bei Christian Höpfner war. Der Bildhauer hat unter anderem die Marmorbüste am Münchner Galileiplatz und einen „Hängenden“ am Rothenburger Galgentor geschaffen.

Ursula Nagl

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
"So nicht, Herr Erdogan!"
"So nicht, Herr Erdogan!"
Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
Herzhaft finstere Lebenslieder
Herzhaft finstere Lebenslieder

Kommentare