Unternehmen Stadtgeschichte

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PATRICIA ECKSTEIN Landsberg – In der Sommersaison gehören sie fest zum Stadtbild: Gästeführer, die mehr oder weniger großen Gruppen von Touristen die schönen und interessanten Seiten unserer Stadt zeigen. In Deutsch oder einer Fremdsprache, „zivil“ oder in prunkvollen historischen Kostümen. Das Interesse an diesen Stadtführungen ist ungebrochen: die Saison 2008 stellte mit 871 Führungen einen neuen Rekord dar. Doch seit dem 1. März gibt es eine Änderung: die 14 Stadtführer sind nun als Selbstständige in der romantischen Altstadt unterwegs. Bisher waren die Stadtführerinnen Angestellte der Stadt Landsberg, nun erhalten sie als Selbstständige die Aufträge vom Frem- denverkehrsamt. Das habe rechtliche Gründe, da die Stadtführer und Stadtführerinnen keine Angestellten im klassischen Sinne seien. Daraus ergeben sich allerdings neue Aufgaben: Um nicht in den Verdacht einer Scheinselbständigkeit zu geraten, müssen die Stadtführer auch selbst für ihre Angebote werben und einen Teil der Buchungen von Dritten erhalten. Das kann beispielsweise über die Homepage der Stadt (www.landsberg.de) geschehen oder über die Internetseite des neuen Gästeführervereins Landsberg (www.landsberger-gaestefuehrer-am-lech.de oder www.landsberger-stadtfuehrungen.de). Der Verein, dem elf der 14 Gästeführer angehören, ist dem Bundesverband Deutscher Gästeführer angeschlossen, erhält daher auch Weiterbildungsangebote und ist über den Verband auch haftpflichtversichert. Jene Stadtführerinnen, die nicht Vereinsmitglieder sind, können über die Website der Stadt Landsberg kontaktiert werden. So ist es möglich, mit sämtlichen Stadtführerinnen direkt in Verbindung zu treten und sie bei Bedarf zu buchen. Werden Führungen über das Fremdenverkehrsamt reserviert, entscheidet ein Einsatzplan, welche Stadtführer den Auftrag erhalten. Themenführungen laufen direkt über das Kultur- und Fremden- verkehrsamt. „Die Abwicklung der Stadtführungen sei“, so Pressesprecherin Bettina Barnet, „ein immenser Arbeitsaufwand. Neben den Unkosten, die durch die Produktion von Drucksorten anfallen, fällt noch umfassender Arbeitsaufwand für organisatorische Tätigkeiten an. Pro Jahr ist eine volle Arbeitskraft im Referat zu mindestens 50 Prozent nur mit Stadtführungen beschäftigt. Ein Gros der Telefonkosten im Referat entsteht somit durch die Abwicklung von Stadtführungen.“ Daher sei es von Vorteil, dass nun die Lohnnebenkosten für die Stadtführer wegfallen, andererseits wurden die Gebühren und Honorare angepasst. Doch auch die Gästeführer haben neue Ausgaben: „Für unsere Mitglieder fallen auch Kosten an, wir müssen Flyer drucken, Steuern zahlen und Kundenakquise betreiben“, erklärt Sieglinde Soyer, Vorsitzende des Gästeführer-Vereins: „Wir sehen keinen Grund für diese neue Regelung. Wir sind keine Unternehmer, sondern Menschen, die die Geschichte als Hobby betreiben und viel Zeit und Liebe in diese Tätigkeit investieren.“

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