Profi-Hacker verblüfft

UnternehmerKolleg: Kein Computer und kein Handy sind heute sicher

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Live mit Gästen demonstrierte Profi-Hacker Erwin Markowsky, wie leicht man E-Mails manipulieren kann. Eines der spannenden Experimente bei der „Live-Hacking-Vorführung“ der VR-Bank Landsberg-Ammersee im Mercedes-Autohaus MedeleSchäfer.

Landsberg – Es war ganz sicher die unsicherste, aber auch eine der spektakulärsten Veranstaltungen der VR-Bank Landsberg-Ammersee im Rahmen ihres UnternehmerKollegs: Der Profi-Hacker und IT-Spezialist Erwin Markowsky bewies den Gästen im Mercedes-Autohaus MedeleSchäfer, wie leicht es ist, in ihre Computer und Smartphones einzudringen. Die Cyber-Kriminellen können dabei nicht nur finanziell satte Beute machen, sondern auch psychische Schäden bei den Betroffenen auslösen und beim Identitätsklau den Ruf von Menschen zerstören.

Stefan Jörg, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank, und Firmenkunden-Bereichsleiter Albert Rösch wiesen ihr gespanntes Unternehmer-Klientel darauf hin, dass heute ein einfacher PC genügt, um über alle Kontinente hinweg Betriebe auszuspähen, zu ruinieren und damit Konkurrenten auszuschalten. Dies zu beweisen und zu verhindern ist die Aufgabe des in ganz Europa gefragten IT-Gurus Erwin Markowsky, der sich im Auftrag von Firmen ganz legal in ihre Netzwerke hackt, um die Schwachstellen ausfindig zu machen.

Gleich zum Auftakt seines packenden Vortrags knackte der Sicherheitsexperte das ins WLAN des Autohauses eingeloggte Handy einer verblüfften Besucherin und überraschte sie mit privaten Details. Mit Witz und Charme trotz ernstem Thema zeigte Markowsky bei verschiedenen Smartphone-Modellen, wie schnell man mit Hilfe von im Darknet käuflichen Geräten oder auch Lücken in den Programmen das Einfallstor ins Handy finden kann. Selbst bei vermeintlich ausgeschaltenen Smartphones kann das passieren. Markowsky riet, bei allen nicht wirklich erforderlichen Apps die Berechtigung zum Zugriff auf Bilder, Kamera und Mikrophon zu verbieten, damit sich private Fotos nicht irgendwann im Netz wiederfinden. Auch von Smart-TV-Geräten mit Kameras warnte Markowsky und empfahl, sie zuzukleben.

Wie leicht man E-Mails für falsche Identitäten und Cybermobbing manipulieren kann, zeigte der Experte mit 25-jähriger Erfahrung in der Telekommunikationsbranche an Beispielen mit Gästen, die danach recht ernüchtert waren. Markowskys Rat: Verschiedene komplizierte Passwörter mit „Eselsbrücken“ verwenden und öfters wechseln, nur Apps aus offiziellen Stores laden, keine verdächtigen Anhänge von unbekannten Absendern öffnen oder bei WhatsApp nicht auf Kettenbriefe und Gewinnspiele reagieren. Sogar Router, etwa die Fritz!Box, und dazugehörige Repeater sollte man alle ein bis zwei Jahre erneuern um mögliche „Einfallstore“ zu verhindern.

„Das beste Antivirenprogramm für Computer und Handys ist Skepsis und Ihr Gehirn“, war Erwin Markowskys finaler Ratschlag. Er wird übrigens auch immer öfter bei Fernsehsendungen und Talkshows zum Thema IT-Sicherheit gefragt. Der Fachmann für die Risiken im Umgang mit Internet und Smartphone hat mit seinen „Live-Hacking-Vorführungen“ schon weit über eine halbe Million Zuschauer begeistert. So auch die vielen Gäste in der Lechstadt bei der VR-Bank Landsberg-Ammersee im Mercedes-Autohaus MedeleSchäfer. Letzteres ist übrigens sicher, wie IT-Spezialist Markowsky geprüft hat, bevor er seine Technik aufbaute. 

Dieter Roettig

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