Spektakuläre Rettungsaktion

Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus

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Zwei Einsatzfahrzeuge der Polizeiinspektion Landsberg haben am Freitag auf der B17 bei Denklingen ein führerloses Auto gestoppt.

Denklingen – Das erinnert an einen Stunt in den Bavaria-­Filmstudios in Geiselgasteig: Eine junge Frau verliert hinter dem Steuer ihres Autos das Bewusstsein; führerlos setzt es in Schlangenlinie seine auf der Bundesstraße fort. Höchste Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Zwei Streifenwagen der Polizei nähern sich, bringen das Auto spektakulär mit ihren Karossen unter Kontrolle und verhindern Schlimmstes. Exakt so geschehen am Freitag auf der B17 bei Denklingen.

Was genau an diesem Nachmittag geschah, schildert Polizeisprecher Peter Kneipp. Gegen 15 Uhr seien bei der Ein­satzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord in Ingolstadt mehrere gleichlautende Mitteilungen eingegangen: Ein Seat fahre auf der B17 in Schlangenlinien Richtung Süden. Es sei bereits mehrfach zu Kontakten zwischen Auto und Leitplanken gekommen.

Wenig später sichteten zwei Streifenbesatzungen der Polizeiinspektion Landsberg das Fahrzeug auf Höhe Denklingen. In diesem Streckenabschnitt führen zwei Fahrspuren in südliche Richtung – perfekt für die dann folgende Rettungsaktion. „Die 28-jährige Seat-Fahrerin aus dem Landkreis Augsburg fuhr in Schlangenlinie auf beiden Fahrspuren“, so Kneipp, „sie reagierte weder auf Haltesig­nale noch auf Blaulicht und Martinshorn.“

Dann folgte Teamwork in Perfektion: Ein Polizeiauto überholt das offensichtlich führerlose Auto, das vom zweiten Streifenwagen auf der linken Seite abgesichert wird – ein Abkommen in den Gegenverkehr ist damit nicht mehr möglich. Dabei stellten die Polizeibeamten endgültig fest, dass die Fahrerin nicht bei Bewusstsein ist und sich auf dem Rücksitz zwei Kinder, beide sieben Jahre alt, befinden.

Bei einer gottlob inzwischen sehr niedriger Geschwindigkeit – „25 bis 30 km/h“, sagt Kneipp – bremst der vorausfahrende Streifenwagen leicht ab, lässt den Seat auffahren und bringt ihn zum Stillstand. Das zweite Einsatzfahrzeug fährt dabei die ganze Zeit links neben dem Seat zur Absicherung des Gegenverkehrs.

Wenig später stellte sich heraus, dass die 28-Jährige an Dia­betes leidet und in Unterzucker gefallen war. Ein Rettungswagen brachte sie ins Klinikum Landsberg. Die beiden Mädchen zogen sich aufgrund der mehrfachen Zusammenstöße mit der Leitplanke „Hämatome im Bereich des Sicherheits­gurtes“ zu, berichtet Peter Kneipp. Die Polizei habe die Kleinen in die Dienststelle nach Landsberg gebracht, wo sie von ihren Großeltern in Empfang genommen wurden. Glimpflicher Ausgang einer fürwahr ungewöhnlichen Rettungsaktion.

Übrigens: Das abbremsende Polizeifahrzeug und das Auto der 28-Jährigen wurden nur leicht beschädigt. Der Vorfall fällt unter die Kategorie „Straßenverkehrsgefährdung infolge körperlicher Mängel.“ 

Toni Schwaiger

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