Unvergessliche Kinderaugen

Vier Wochen länger ist Theresa Buchfelder in Brasilien geblieben, um in einem Kindertagesheim zu helfen. „Die Menschen dort sind so fröhlich und lebensfroh. Da mochte ich mich von den Kindern und meinen neu gewonnenen Freunden noch nicht trennen.“, sagt die junge Frau aus Windach. In dem kleinen Ort Lajedão in der Region Bahia verbrachte sie nach ihrem Abitur insgesamt vier Monate in der Kindereinrichtung, die durch den Eine-Welt-Förderkreis Windach finanziell unterstützt wird.

„In der Zeit zwischen Abitur und Studium wollte ich die Welt bereisen und mich nützlich machen“, nennt Theresa Buchfelder den Grund für ihre Entscheidung nach Brasilien zu gehen. Die Kontakte ihrer Eltern zum Eine-Welt-Förderkreis brachten sie auf die Idee das in Lajedao zu versuchen. Dort ist ein privates Tagesheim, das rund fünfzig Kindern täglich warme Mahlzeiten, Hausaufgabenbetreuung, Spiel und Sport – ein Zuhause auf Zeit – bietet. Initiatorin des Projektes ist Frau Nilva Viana Cardoso, die die Arbeit vor Ort verantwortet. Als sie das erste Mal „Tagesheim-Boden“ betrat, ruhten vierzig große Kinderaugen auf ihr, erzählt sie von ihren ersten „Arbeitstag“. Zuerst hätten sich die Kinder nicht so recht an sie herangetraut. Mit Fragen wie „Spricht sie portugiesisch?“, und mit „Wie lange bleibt sie denn“, versuchten sie die Lage einzuschätzen. Beim Spielen brach dann das Eis und die Kinderschar löcherte Theresa Buchfelder mit Fragen. „So lernt man wohl am besten eine Sprache“, sagt sie und fühlte sich wohl in dem südamerikanischen Land und so gastfreundlich aufgenommen, dass sie sich schnell im Tagesheimalltag zurecht fand. Buchfelder betreute dabei die Vor- und eine Nachmittagsgruppe im Heim – half bei den Hausaufgaben, unterstützte den Gitarrenunterricht und hatte, wie sie berichtet, „mit den Kindern viel Spaß beim Capoeira“. Die Einrichtung lehrt den Kindern verschiedene handwerkliche Tätigkeiten. Wichtig auch im Heimalltag: das Duschen. Alle Kinder müssen einmal am Tag duschen, denn Zuhause ist das oft nicht möglich. Die Atmosphäre im Tagesheim bezeichnet Buchfelder als „solidarisch“. So kümmern sich die Großen automatisch um die kleineren Kinder und die Mischung aus Autorität und Herzlichkeit stimme, so dass die Kinder am nächsten Tag gern wieder kommen würden. „Ich hatte das Gefühl, dass die Kinder einfach Kinder sein dürfen und trotz ihrer Armut, in der sie leben, eine glückliche Kindheit verbringen. Dies wäre nicht selbstverständlich, wenn diese Einrichtung nicht bestünde und die Kinder den ganzen Tag auf der Straße lebten.“, sagt die junge Frau. Neben ihrem Aufenthalt im Kindertagesheim lernte sie auf Reisen noch mehr von Brasilien und seine Menschen kennen. Ihr Resumée: „Es war eine unvergessliche Zeit auf der anderen Seite des Äquators, geprägt von Kinderaugen und unglaublicher Herzlichkeit.“

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