Kaleidoskop einer Persönlichkeit

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Robert Fischer (rechts) mit einem Teil seiner Interviewpartner (von links: Hartfrid Neunzert, Sonia Fischer, Wolfgang Daum, Else Herkomer, Claudia Sepp und Ulf von Malberg) bei der Uraufführung des Filmes „Auf eigenen Schwingen – die Visionen des Hubert von Herkomer“ im Stadttheater.

Landsberg – Er schaut den Betrachter direkt an: Hubert von Herkomer, herangezoomt auf Augenhöhe, eine Nahaufnahme des Selbstbildnisses, das im Neuen Stadtmuseum beheimatet ist. Der Beginn des Dokumentarfilmes von Robert Fischer „Auf eigenen Schwingen – die Visionen des Hubert von Herkomer“.

„Auf eigenen Schwingen“ – der Filmtitel zitiert den Wahlspruch Herkomers, der auch später dessen Familienwappen zierte. Auf eigenen Schwingen arbeitete sich der Sohn eines Kunsthandwerkers, geboren in Waal, hinauf zur Bekanntschaft mit den berühmtesten und glanzvollsten Persönlichkeiten seiner Zeit, hinauf als gefragter Porträtmaler der Reichen, Schönen und gekrönten Häuptern, hinauf zu Adelswürden.

In zwölf Kapiteln zeichnet der Dokumentarfilmer Robert Fischer ein umfassendes Bild dieser Künstlerpersönlichkeit, mit allen Facetten, biografischen Details und Anekdoten, zeigt die Verflechtungen auf zwischen Hubert von Herkomer und Künstlern wie Richard Wagner, Vincent van Gogh, Mansel Lewis, John Ruskin oder Sarah Bernhardt. Man erfährt von Herkomers Tätigkeiten nicht nur im Bereich der bildenden Kunst, sondern auch in Theater, Musik, Film und Fotografie. Zwölf Experten aus Deutschland und Großbritannien kommentieren, erzählen, durch rasche Schnittfolgen entsteht der Eindruck eines lebhaften Gesprächs.

Hartfrid Neunzert, Sonia Fischer, Claudia Sepp, Ulf von Malberg, Christoph Hartmann und Dr. Wolfgang Daum bilden den „Landsberger“ Expertenstamm, Herkomers Urgroßnichte Else Herkomer, die extra aus Niederbayern angereist ist, erzählt aus der Familiengeschichte.

Spannende Spurensuche

Fischer befragte ebenfalls Herkomerkenner aus Großbritannien, wie die Kuratoren des Museums von Bushey und einen Nachfahren des Waliser Malers und Herkomer-Freundes Mansel Lewis, Patrick Mansel Lewis, der in seinem Familienschloss Stradey etliche eindrucksvolle Herkomer-Werke zeigte. Eine spannende und kurzweilige Spurensuche, die zeigte, dass Herkomers Visionen nach wie vor lebendig sind und dem Betrachter einen ganz neuen Blick auf diese interessante Künstlerpersönlichkeit eröffnet. Wunderbare Bilder, unterlegt mit Herkomers eigenen Kompositionen.

Ein kleines „Bonbon“ hatte sich Robert Fischer noch für den Abspann einfallen lassen: seltene Stadtansichten, die Herkomer von Landsberg in Aquarelltechnik gemalt hatte und die Fischer erst kurz zuvor aus Bushey erhalten hatte.

Patricia Eckstein

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