"Fishbowl"-Methode mit Lechblick

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Mögliche Grundzüge für "Urbanes Leben am Papierbach" (Pflugfabrik-Areal) zeigt der Entwurf des Teilraumgutachtens auf.

Landsberg – Bei einer ersten internen Besprechung des Teilraumgutachtens für den Bereich westlich des Lechs war auch „Pflugfabrik“-Eigentümer Heinz Pöttinger wieder anwesend und diskutierte über eine mögliche neue Bebauung seines Geländes mit – unter anderem nach der „fishbowl“-Methode, bei der mit Stuhlkreisen gearbeitet wird.

Diskutierte bei der Präsentation des Teilraumgutachtens fleißig mit: Pflugfabrik-Eigentümer Heinz Pöttinger.

„Ich war bass erstaunt, ich hätte nicht gedacht, dass er sich darauf überhaupt einlässt“, räumte Bürgergruppensprecher Bernd Schwarz ein. Die Ideen und Anregungen der Gruppe seien „auf jeden Fall mit eingeflossen“. Auch Stadtbaumeisterin Annegret Michler sieht den Prozess auf einem guten Weg. „Wir hatten eine gute Rückmeldung von ihm, er hatte diesmal auch seinen Anwalt dabei, was ein gutes Zeichen ist, weil es zeigt, dass es ihm ernst ist.“ Pöttinger verhandele nach ihren Informationen bereits mit potenziellen externen Investoren für eine Wohnbebauung und er gebe Anregungen auch an diese weiter. Trotzdem sei es noch ein weiter Weg bis zu einer möglichen Bauplanung. „Es ist ein Prozess, der möglicherweise noch komplexer ist, als wir zunächst gedacht haben.“ Bis man konkret an ein neues Wohngebiet gehen könne, seien noch „viele Gutachten abzuarbeiten“, so Michler in ihrer Präsentation.

"Viel Munition"

Problemfelder gibt es ausreichend: Die Bahn müsste noch Flächen für die Planung freistellen und Querungen der Trasse zulassen, wo die neuen Anwohner parken sollen, ist noch offen, es müssten Immissionsfragen geklärt und der hohe Grundwasserstand berücksichtigt werden – und es bleibt die Frage der Altlasten auf dem Gebiet der Pflugfabrik. Bei einem ersten Termin mit den „Trägern der öffentlichen Belange“ sei klar geworden, dass „da sozusagen wahnsinnig viel Munition liegt“, sagte Michler. Da die Stadt das Gelände aber nicht kauft, ist die Lage laut Oberbürgermeister Mathias Neuner eindeutig. „Das Baugrundrisiko liegt in jedem Fall beim Eigentümer.“

Am Schlüsselanger gibt es dagegen eine alte Aufschüttung, die vermutlich auf Kosten der Stadt teuer entsorgt werden müsste, fürchtet Michler. Auch außerhalb des Pöttinger-Geländes könnte es Schwierigkeiten bei einer Umgestaltung des Viertels geben, weiß Architektin Barbara Hummel. „Zumindest sind Bodendenkmäler in den Karten verzeichnet“, warnt sie schon einmal vor.

"Sehr hilfreich"

Die Stadtbaumeisterin zieht aus der bisherigen Arbeit dennoch ein klar positives Fazit. „Die Arbeit der Bürgergruppe ist sehr hilfreich. Und wir betrachten auch einen größeren Raum. Selbst, falls bei der Pflugfabrik nichts passieren sollte, wissen wir am Ende, wo sich das Gebiet hinentwickelt.“ Der Stadtrat ist dabei ganz dicht dran: Nach einem Workshop am (gestrigen) Dienstag hat die Stadtbaumeisterin bereits einen zweiten für Mitte Juli angedacht. Zumindest über Mangel an Beteiligung und Information sollte danach niemand klagen können.

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