Landsberger Vorzeigeprojekt:

"Nicht Standard, sondern Muster"

Landsberg – Oberbürgermeister Mathias Neuner, Projektentwickler Michael Ehret und der Vorsitzende der Bürgergruppe ULP, Bernd Schwarz, haben bei einer gemeinsamen Veranstaltung die Arbeit der Lenkungsgruppe ULP und der Bürgergruppe ULP beendet. Dabei zogen sie übereinstimmend eine positive Bilanz. Der OB brachte es auf die Formel: „Die Art und Weise, wie Bürger, Investor, Stadtrat und Verwaltung von der Idee bis zum Bebauungsplan zusammengearbeitet haben, ist wegweisend.“

Zwar werden weiterhin Stadträte stimmberechtigt und Bürger beratend an den Preisgerichten der noch ausstehenden elf Architektenwettbewerbe teilnehmen, die Lenkungsgruppe ist aber aufgelöst und die Bürgergruppe stellt ihre Arbeit zum Projekt „Urbanes Leben am Papierbach“ (ULP) ein, weil die wesentliche städtebauliche Planung abgeschlossen ist.

Freilich ist schon jetzt absehbar, dass es ähnliche Gremien und Organisationsformen bei weiteren Themen geben wird; dazu könnten auch die Verkehrs­planung und die Neugestaltung von Vorder- und Hinteranger gehören. „Wir wollen uns als Bürgerbeteiligung Landsberg am Lech für diese und andere Projekte bewerben“, erklärte Schwarz im Rahmen der Feierstunde. Die Bürgergruppe verstand sich beim Thema ULP als neutraler Organisator von Ausstellungen und Befragungen sowie ständiger Ansprechpartner der Bürger und will die Wahrnehmung dieser Rolle in anderer Rechtsform und erweiterter Zusammensetzung auch künftig anbieten.

Wieviel Einfluss die drei Vertreter der Bürgergruppe und die Stadträte in den 13 Sitzungen der Lenkungsgruppe zwischen Februar 2015 und Mai 2017 auf die konkreten Planungen ausgeübt haben, bleibt zwar im Detail verborgen; allerdings berichteten die Verantwortlichen des Investors und der Stadt öfter von langen, harten Verhandlungen, die teils ganze Tage lang gedauert hätten. Manchmal seien sogar größere Planschritte noch einmal überdacht und revidiert worden.

Neidvoller Blick

Auch Michael Ehret resümierte, alle Beteiligten hätten das Projekt „gemeinsam mit Intensität, Tiefe und Nachhaltigkeit entwickelt“. Am Vortag sei er im Rahmen der regionalen Wohnbaukonferenz mit Vertretern der Bayerischen Staatsregierung und mit Münchens Ober­bürgermeister zusammengetroffen. Man schaue „neidvoll“ auf Landsberg, darauf, „was hier entsteht und wie es entsteht“. Ehret: „Wir sind mit diesem Projekt in Bayern nicht nur Standard, sondern Muster.“

Ehret wies allerdings auch darauf hin, dass es noch eine lange To-do-Liste gebe; „da stehen über 70 Themen drauf“. Die meisten davon betreffen die Stadtverwaltung, insbesondere geht es dabei um Baugenehmigungen. ehret + klein will auch in Sachen Verkehr Vorschläge vorlegen; dazu gehört dem Vernehmen nach auch die Mitnutzung der Parkhäuser im ULP-Areal durch Bürger und Besucher.

Werner Lauff

Auch interessant

Meistgelesen

Initiative wächst
Initiative wächst
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Behörde zieht es in den Osten
Behörde zieht es in den Osten
Okay für Magic Lake
Okay für Magic Lake

Kommentare