Planungen gehen ins Detail 

Utting: Drei Millionen für „Haus der Kinder“

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Die beiden „Haus der Kinder“-Hauptgebäude aus den 60er-Jahren müssen gründlich saniert werden. Der Mittelbau wird abgerissen und wesentlich größer erneuert.

Utting – Um eine gute frühkindliche Betreuung, Erziehung und Bildung sicherzustellen, unterstützt der Bund mit massiven Finanzhilfen die Länder beim Kita-Ausbau. Er stellt mit dem Konjunkturpaket zur Bewältigung der Corona-Folgen in den Jahren 2020 und 2021 dafür zusätzlich eine Milliarde Euro bereit. Damit ist die Schaffung von bis zu 90.000 neuen Betreuungsplätzen möglich. Die Mittel können auch für Umbaumaßnahmen und Investitionen in die Ausstattung eingesetzt werden.

Da passt es perfekt, dass die Planungen für Sanierung und Teilneubau vom Uttinger „Haus der Kinder“ beim Standort Zur Ludwigshöhe jetzt ins Detail gehen. Bereits im August 2018 hatte der Gemeinderat einstimmig den Bau einer weiteren Kinderkrippe dort beschlossen. Durch den Wechsel des Architekten haben sich die Planungen verzögert. Dafür geht es mit dem neuen, im Rahmen einer Ausschreibung gewonnenen, Architekten Bernt Spengler aus München um so zügiger weiter.

Er hatte zu Beginn der neuen Legislaturperiode Bürgermeister Florian Hoffmann und den Gemeinderäten seine Planungen vorgestellt. Bernt Spengler trat mit zwei Varianten an, wobei bei beiden der bestehende Mittelbau wegen „Unbrauchbarkeit“ abgerissen und erneuert werden muss. Da die beiden Haupthäuser aus den 60er-Jahren aber dringend einer Sanierung hinsichtlich Energieeffizienz, Brandschutz und Haustechnik bedürfen, empfahl der Architekt diese gleichzeitig auszuführen.

Bei überschlägig berechneten 3,2 Millionen Euro Gesamtkosten würden unter anderem die Bleirohre im Trinkwassernetz erneuert, die WCs renoviert und erweitert, Wände und Balkone gedämmt, eine Gasheizung und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie eine LED-Beleuchtung installiert, die alten zugigen Fenster erneuert und die Risse im Mauerwerk geschlossen. Bei der abgespeckten Version für 2,75 Millionen Euro entfallen einige dieser eigentlich notwendigen Arbeiten. Die Kosten für den neuen Zwischenbau sind mit 1,2 Millionen Euro gleich.

In der aktuellen Gemeinderatssitzung stellte Architekt Spengler nunmehr auf über 40 Seiten die exakten Berechnungen für die von allen bevorzugte „große Lösung“ vor. Dazu Bürgermeister Florian Hoffmann: „Unser Ziel muss sein, ein vollwertiges Haus herzustellen.“ Gemeinderat Peter Noll (GAL) unterstrich, dass es für Sanierung der bestehenden Gebäude und Neubau des Zwischenbaus keine Alternative gebe. Der Bedarf an Plätzen wird steigen, allein schon wenn in zwei bis drei Jahren die „Schmucker-Siedlung“ bezogen wird. Lob bekamen Architekt Bernt Spengler und sein Team für die über 40 Seiten starke detaillierte Berechnung der Sanierung der beiden Haupthäuser sowie des Neubaus dazwischen. Die Bruttosumme von 3.222.832 Euro deckte sich nahezu mit der ursprünglichen Kostenschätzung. Kämmerer Florian Zarbo hatte im Haushalt 2020 bereits 380.000 Euro eingestellt, für 2021 die Summe von 2.570.000 Euro und für 2022 den Betrag von 270.000 Euro. Nach dem grünen Licht des Gemeinderates für die weiteren Planungen der großen Lösung werden jetzt die möglichen Fördersummen abgecheckt, bevor es an die Ausschreibungen geht.

Während der Bauarbeiten, die laut Architekt Bernt Spengler mindestens ein Jahr dauern werden, will man Kindergarten und -krippe eventuell in ein Container-Provisorium auslagern, das bei der Grundschule Platz finden könnte. Die Kosten für die Container-Mieten müssen noch geklärt werden.

Wegen Vollauslastung der Krippengruppen im Haus der Kinder wurde von der Gemeinde in Rekordzeit bereits ein Provisorium im VR-Bankgebäude in der Bahnhofsstraße geschaffen, das solange genutzt wird, bis auf der Ludwigshöhe saniert und um Räumlichkeiten für eine Krippe ergänzt ist.

Dieter Roettig

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