1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Landsberg

Feiern im Bauwagen oder unter der Pergola?

Erstellt:

Von: Dieter Roettig

Kommentare

KJR Utting Jugendtreff
Ihren Wunschzettel für den künftigen Treffpunkt haben Uttings Jugendliche bereits bei der Zukunftswerkstatt des KJR aufgeschrieben. Hier (von links) Bürgermeister Florian Hoffmann, Gemeinderat Jakob Kettler und Julia Baumann vom Kreisjugendring. © Roettig

Utting – Geradezu ins Schwärmen kam Uttings Bürgermeister Florian Hoffmann, als er vor dem Gemeinderat noch einmal die „Zukunftsmacher“-Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring Revue passieren ließ. Er lobte die Ideen und das Engagement der 80 Jugendlichen, die sich über die Gestaltung ihres dörflichen Umfelds konkrete Gedanken gemacht haben. Und weil das so positiv ablief, gibt es im Mehrzweckraum der Grundschule eine Wiederholung. Am Freitag, 8. April, wird abgestimmt, ob die Jugendlichen zum zwanglosen Treffen, Feiern oder Abhängen ohne Aufsicht einen Bauwagen oder lieber eine Pergola haben wollen.

Die Vorgeschichte: Beim ersten Uttinger BürgerBudget heimste Markus Fakler mit 196 Stimmen den Sieg ein mit seiner Idee eines „Jugendhäusls als mobilen Jugendtreff“ (der KREISBOTE berichtete). Das Konzept im Kostenrahmen von 5.000 Euro sah einen Bauwagen mit Graffiti-Wänden vor, der alle drei Monate an wechselnden öffentlichen Standorten aufgestellt wird. Denn bleibt er länger als drei Monate, benötigt man eine Baugenehmigung. Der Haken beim Standortwechsel ist laut Projektpate Markus Fakler, dass man mobile Toilettenkabinen braucht, deren Miete den ausgelobten Betrag des BürgerBudgets bald verschlingen würde. Nachdem beim Bauwagen-Konzept noch weitere Hürden wie die Aufsichtspflicht im geschlossenem Raum auftauchten, hat Fakler mit der Pergola-Idee eine Alternative ausgearbeitet: „Mir war es wichtig, den Jugendlichen einen öffentlichen Raum anzubieten, wo sie sich legal aufhalten können. Mit welchem Dach über dem Kopf ist mir dabei nicht so wichtig.“

Selbst verwalten

Nachdem sich ein möglicher fester Standort für die Pergola beim Rathaus herauskristallisiert hatte, fand Fakler dieses Konzept einfacher umsetzbar. „Zusammen mit den Jugendlichen können wir ein richtig großartiges Projekt daraus stricken“, schwärmte Fakler vor dem Gemeinderat. Der sollte eigentlich abstimmen, welche der Varianten – Bauwagen oder Pergola – jetzt umgesetzt wird. Vize-Bürgermeister Patrick Schneider schlug aber vor, dass diese Entscheidung nicht die Gemeinderäte treffen sollten, sondern die Jugendlichen selbst. So sind also am 8. April Uttings Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren aufgerufen, nach einem Workshop um 18 Uhr über die für sie bessere Variante abzustimmen. Die frühe Einbeziehung der Jugend sieht Bürgermeister Hoffmann wichtig, da sie ihren künftigen Treffpunkt nach eigenen Regeln selbst verwalten muss.

Laut Projektpatem Fakler hat eine hölzernen Pergola einige Vorteile gegenüber einem Bauwagen. Sie ist von mehreren Stellen einsehbar, sodass weniger Kontrollen nötig seien. Auch sei im Gegensatz zum Bauwagen die Personenzahl nicht begrenzt. Schließlich passe sie auch besser ins Landschaftsbild und könne nach Fertigstellung des künftigen Jugendzentrums „Refugium“ anderweitig genutzt werden.

Auch interessant

Kommentare