»Haus der Kinder« in Utting: 750.000 Euro Containermiete

Der Zwei-Stock-Container ist zu teuer

Haus der Kinder - Utting
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Idyllisch direkt am Ammersee liegt das „Haus der Kinder“, dem jetzt eine umfangreiche Sanierung und ein neuer Zwischenbau bevorsteht. Während der Bauarbeiten werden die Kids in einem Container-Provisorium an der Grundschule betreut.

Utting – Als alternativlos hatte der neue Gemeinderat die Sanierung der bestehenden Gebäude samt neuem Zwischenbau beim in die Jahre gekommenen „Haus der Kinder“ am Standort Zur Ludwigshöhe abgesegnet. Für gut 3,2 Millionen Euro soll hier in idyllischer Lage direkt am Ammersee ein wahres Schmuckstück für die Kids entstehen. Nach dem grünen Licht des Gremiums für die konkreten Planungen werden jetzt die möglichen Fördersummen abgecheckt, bevor es an die Ausschreibungen geht. Einen ersten Dämpfer bekam die Verwaltung bei den Vorbe­reitungen des Provisoriums. 

Denn während der Bauarbeiten, die laut Architekt Bernt Spengler mindestens ein Jahr dauern werden, will man Kindergarten und -krippe in ein Container-Provisorium auslagern, das an der Jahnstraße bei der Grundschule aufgebaut wird. Das Grundstück mit einer Größe von 1.840 Quadratmetern hat die Gemeinde bereits gepachtet. Darauf sollte ursprünglich eine zweigeschossige Container-Anlage auf einer Fläche von 30,13 mal 14,59 Metern und zwei Fluchttreppen an der Ost- und Westseite errichtet werden, was die Gemeinde aber aus Kostengründen jetzt verwarf. 750.000 Euro Miete für ein Jahr wollte die Firma, weil für Kindergärten spezielle Brandschutzvorrichtungen nötig seien.

Jetzt plant die Gemeinde eine komprimierte eingeschossige Variante. Geschäftsleiter Florian Zarbo verhandelt diesbe­züglich mit mehreren Spezialfirmen, wobei die „Schmerzgrenze“ bei maximal einer halben Million Euro liegt.

Wie im KREISBOTEN berichtet, erfahren die beiden Haupthäuser aus den 60er-Jahren eine Sanierung hinsichtlich Energieeffizienz, Brandschutz und Haustechnik. Unter anderem werden die Bleirohre im Trinkwassernetz erneuert, die WCs renoviert und erweitert, Wände und Balkone gedämmt, eine Gasheizung und Lüftungsanlage mit Wärme­rückgewinnung sowie eine LED-Beleuchtung installiert, die alten zugigen Fenster erneuert und die Risse im Mauerwerk geschlossen.

Nach Abriss des laut Architekten „unbrauchbaren“ Zwischenbaus und Neuerrichtung bleiben die beiden Zugänge im Erdgeschoss für Kindergarten und Krippe erhalten. Eine neue zentral gelegene vertikale Verbindung schafft kurze Wege und einen gemeinsamen Gartenzugang. Die zusätzliche Kinderkrippe findet im neuen Zwischenbau Platz, wobei der Kinderwagenraum direkt vom Eingang aus erreichbar ist. Die Essensräume und die Küche werden an alter Stelle neu errichtet, der Multifunktionsraum bleibt erhalten.

Haus 1 und Haus 2 bekommen eine störungsfreie und brandschutztechnisch unbedenkliche Verbindung über den Zwischenbau. Eine Kindergartengruppe aus Haus 1 wird in den Neubau verlegt, was einen durchgängigen Flur möglich macht. Verwaltung und Personal sind zentral im Obergeschoss angeordnet und damit von allen Gruppen aus gut erreichbar. In den Gesamtkosten von 3,2 Millionen Euro schlägt der neue Zwischenbau mit rund 1,2 Millionen Euro zu Buche.

Wegen Vollauslastung der Krippengruppen im „Haus der Kinder“ wurde von der Gemeinde in Rekordzeit bereits ein Provisorium im Obergeschoss des VR-Bankgebäudes in der Bahnhofsstraße geschaffen, das solange genutzt wird, bis die Ludwigshöhe saniert und um Räumlichkeiten für eine Krippe ergänzt ist.
Dieter Roettig

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