Ankunft der MS Utting

Neues Schmuckstück ist dahoam

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Zwei Schwerlastkräne hievten in Präzisionsarbeit das 40 Tonnen schwere Oberdeck auf den Rumpf der neuen MS Utting in der Stegener Werft.

Stegen – Punkt 10.01 Uhr am Mittwoch berührte das neue Ausflugsschiff MS Utting erstmals das Ammerseewasser. Unter dem Beifall von rund 100 Zaungästen auf dem Dampfersteg wurde der 50,8 Meter lange, 9,6 Meter breite und 140 Tonnen schwere Rumpf von zwei Spezialkränen zu Wasser gelassen. Als um 13 Uhr das 40 Tonnen schwere Oberdeck millimetergenau aufgesetzt wurde, begrüßten die Besatzungen der Schwester-Schiffe MS Herrsching und MS Augsburg den Neuzugang feierlich mit dem Läuten der Schiffsglocken.

Nach dem Aufsetzen von Führer­stand und Schornstein ist der „Rohbau“ fertig und die Stegener Werft beginnt mit dem Innenausbau. Der gesamte Neubau der MS Utting orientiert sich in der Gestaltung an klassischen Formen, allerdings mit neuester Schiffstechnik.

Willkommensgruß mit Schiffsgeläut

Rund 5,4 Millionen Euro kostet dem Freistaat Bayern das neue barrierefreie Vorzeigeschiff der Ammersee-Flotte. Es bietet Platz für 500 Passagiere und ist außerdem ­speziell für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Gäste mit einem Aufzug zum Frischluftdeck ausgestattet.

Bis Ende Juni wolle man mit dem Innenausbau fertig sein, erläuterte Michael Grießer, Geschäftsführer der Bayerischen Seenschifffahrt. Spielmöglichkeiten für Kinder und freies WLAN sollen die Fahrt noch attraktiver machen. Nach einigen Testrunden und der TÜV-Abnahme wird im Juli die Schiffstaufe stattfinden. Dabei werden die Ehrengäste über einige Holzintarsien staunen, die sie aus der alten MS Utting kennen. Die Holzbilder aus den 40er Jahren werden nach einer behutsamen Renovierung im neuen Schmuckstück eingebaut.

Refinanziert werden die Kosten für die neue MS Utting durch Ticketverkäufe. Wie Finanzminister Markus Söder jetzt bekannt gab, gab es im vergangenen Jahr mit mehr als 300.000 Fahrgästen auf dem Ammersee einen neuen Rekord. „In den letzten Jahren hat unsere Seenschifffahrt aus Eigenmitteln rund zehn Millionen Euro am Ammersee investiert“, so Söder stolz.

Bevor die MS Utting jetzt in Stegen erstmals vor Anker ging, hatte sie schon einen rund 430 Kilometer langen Landweg hinter sich. Von der Niederkasseler Lux-Werft ging es erst über Main und Rhein bis nach Roth in Mittelfranken. Von dort fuhr die wertvolle Fracht mit zwei Schwertransportern nachts bis nach Stegen, begleitet von Polizeieskorten. Die Spedition lieferte auf der ganzen Fahrt Präzisionsarbeit ab. An Engstellen, Brücken oder durch Tunnels wurde zentimeterweise rangiert, teilweise musste die Fracht abgesenkt werden. Sogar Leitplanken wurden abmontiert. 

Dieter Roettig

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