Schmucker-Areal:

80 neue Wohnungen

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Der zum Teil abgebrannte Bauernhof an der Landsberger Straße des Schmucker-Areals wurde inzwischen abgerissen. Jetzt werden hier 80 gemeindeeigene Wohnungen entstehen.

Utting – Während die Grundstückspreise am Ammersee-Westufer mit bis zu 1.000 Euro pro Quadratmeter für normale Häuslebauer immer utopischer werden, klettern auch die Mieten für Familien und Personen mit mittlerem und niedrigem Einkommen in unbezahlbare Höhen. Die Gemeinden Schondorf und Utting haben unterschiedliche Konzepte entwickelt, um ihre Bürger und vor allem die jungen Leute im Ort zu halten. Schondorf lässt auf dem Prix-Gelände von Investoren Reihenhäuser und Geschosswohnungen für rund 200 bis 275 Personen bauen, wobei 30 Prozent für die „ortsverbundene Bevölkerung mit besonderem Bedarf“ reserviert werden müssen, also die oben genannte Zielgruppe.

Die Nachbargemeinde Utting geht einen anderen Weg und wird selbst zum Bauherrn. Nachdem aufgrund einer erlassenen Vorkaufssatzung das Schmucker-Gelände im Karree Landsberger-, Schondorfer- und Hechenwanger Straße für rund fünf Millionen Gesamtkosten erworben werden konnte, soll hier nun der dringend benötigte sozial orientierte Wohnungsbau mit erschwinglichen Mieten realisiert werden. Dass die Gemeinde selbst als Bauherr auftritt, liegt am aktuellen kommunalen Wohnraumförderungsprogramm des Freistaats Bayern. Für Grunderwerb und Bau gibt es 30 Prozent staatliche Förderung, dazu für 60 Prozent ein zinsgünstiges Darlehen. Letztendlich braucht die Gemeinde nur 10 Prozent Eigenkapital, was bei 20 Millionen Euro geschätzten Gesamtkosten zwei Millionen ausmachen wird.

Darüber und über die weitere Vorgehensweise referierten Bürgermeister Josef Lutzenberger sowie Christian Schaser und Anna-Maria Martin vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München bei einem Informationsabend im BVS Bildungszentrum Holzhausen. Rund einhundert interessierte Uttinger waren gekommen, vor allem Anlieger rund um das Schmucker-Gelände. Es ging um die Präsentation der sogenannten „Leitplanken“ für den Architektenwettbewerb, der jetzt europaweit ausgeschrieben wird. 15 bis 20 Architekturbüros sollen zusammen mit Landschaftsarchitekten Entwürfe für das Areal erarbeiten, um Wohnungen und Freiflächen mit hoher Qualität bauen zu können. Sieben Architekten wurden von der Gemeinde direkt zum Wettbewerb eingeladen, darunter die Ateliers bzw. Büros Lüps (Schondorf), Mack Schmeller (Utting) und Vonmeiermohr (Schondorf). Ein Preisgericht mit Bürgermeister Lutzenberger, vier Gemeinderäten und sechs Architekten wird die besten Entwürfe prämieren, die dann öffentlich ausgestellt werden.

Auf dem knapp 12.000 Quadratmeter großem Areal sollen zirka 80 Wohnungen in mehrgeschossigen Häusern mit Aufzug und Tiefgaragen gebaut werden, die die Gemeinde dann in eigener Regie unter den üblichen Marktpreisen vermieten wird. Es soll eine gesunde Durchmischung von barrierefreien Ein- bis Fünfzimmer-Wohnungen geben, dazu zwei behindertengerechte Wohneinheiten. Für die „Förderung guter Nachbarschaften“ ist auch ein Gemeinschaftsraum mit Sanitär, Vorraum, Küche und Nebenraum vorgesehen. Die Leitplanken sehen eine ökologische und effiziente Energieversorgung mit Holzpellets und in Spitzenzeiten mit Gas vor. Pro Wohnung soll es einen Stellplatz in den Tiefgaragen geben und gesamt 120 überdachte Fahrradstellplätze. Die Haupterschließung wird über die Landsberger Straße gehen, wobei eine untergeordnete Anbindung an die Hechenwanger- und Schondorfer Straße denkbar ist. Als Baubeginn ist laut Bürgermeister Lutzenberger der Mai 2020 anvisiert. Anderthalb Jahre später könnten die ersten Mieter einziehen.

Am Donnerstag, 29. Juni, findet um 19.30 Uhr im Feuerwehrhaus eine außerplanmäßige öffentliche Gemeinderatssitzung zum Thema Schmucker statt. Hier geht es um die Genehmigung des Auslobungstextes sowie die EU-Wettbewerbsbekanntmachung. Der Abend dürfte spannend werden, da einige besorgte Uttinger Anträge und Wünsche eingereicht haben, die noch behandelt bzw. berücksichtigt werden sollen. Wie sich bei der Informationsveranstaltung schon zeigte, haben viele Anwohner Bedenken ob der Höhe der Gebäude oder einer zu nahen Bebauung an die bestehenden Häuser. 

Dieter Roettig

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