Uttings Filetgrundstück behutsam bebauen

Ein Anger mit Dorfcharakter soll es dann sein

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Das Filetgrundstück in der Uttinger Bahnhofstraße soll behutsam mit Dorfcharakter und öffentlichem Anger bebaut werden.

Utting – Einheimische, Tages­touristen und auch Urlauber auf dem Weg zum Ammersee machen immer wieder Halt an der Bahnhofstraße 10 und bewundern das riesige unbebaute Grundstück mit dem herrlichem Baumbestand. „Ein Traum, hier zu bauen und zu wohnen“, ist die einhellige Meinung verbunden mit der Frage, was wohl eines Tages da hinkommt. Des Rätsels Lösung ist sehr nahe, wie man bei der letzten Gemeinderatssitzung hören und sehen konnte.

Bürgermeister Josef Lutzenberger und der Eigentümer hatten die beiden mit dem Bebauungskonzept betrauten Architekten Helgo von Meier und Mauritz Lüps gebeten, den Gemeinderäten ihre bisherigen Überlegungen für eine lockere und behutsame Bebauung vorzustellen. Aufgabe war es, trotz Nachverdichtung den dörflichen Charakter Uttings zu bewah­ren und den alten Baumbestand so weit wie möglich zu erhalten. Der präsentierte Entwurf stieß auf einhellige Zustimmung, da zwischen den Häusern ein park­ähnlicher Anger geplant ist, der gemeinschaftlich genutzt und öffentlich zugänglich sein soll. Er lockert die Bebauung auf und ermöglicht Sichtachsen. Einziger Wehrmutstropfen: Fünf der als erhaltungswürdig eingestuften 13 Bäume müssten gefällt werden, wobei aber eine Ersatzbepflanzung mit sechs Bäumen vorgesehen ist.

Auf der Nettobaufläche von rund 7.500 Quadratmetern sollen 22 Wohneinheiten in fünf Einfamilienhäusern, sechs Doppelhäusern und fünf Mehrfamilienhäusern entstehen. Die geplanten Garagen in Holzbauweise erinnern an Scheunen und verstärken den Dorfcharakter. Das Konzept sieht die optische Erweiterung der öffentlichen Angerflächen auf die privaten Vorgärten vor, wobei diese Grundstücke nicht durch Zäune oder Hecken eingefriedet werden dürften.

Durch die Hanglage sind die Wandhöhen auf maximal 7,30 Meter talwärts und 6,80 Meter bergwärts beschränkt. Im Nordosten denkt man über ein Geschäfts- und Ärztehaus mit einer Tiefgarage nach. Das von der Bahnhofstraße und vom Ölgartenweg zu erschließende Grundstück wird mit fußläufigen rasengepflasterten Verbindungswegen öffentlich zugänglich sein. Geklärt werden muss noch, wie Rettungswagen, Feuerwehr oder Müllfahrzeuge auf das Gelände kommen und wer die Gemeinschaftsflächen unterhält.

Da Verkauf und Bebauung der Grundstücke zwischen 500 und 750 Quadratmetern sukzessive nach und nach erfolgen sollen, muss noch die Frage einer eventuellen zentralen Heizungsanlage geprüft werden.

Die Grüne Alternative Liste (GAL) lobt auf ihrer Webseite die Entwürfe der beiden Architekturbüros: „Der Entwurf wirkt zurückhaltend und aufgelockert. Die Gebäude fügen sich in ihrer Anordnung, Kubatur und Formgebung sehr gut in die städtebauliche Situation ein … Das Ergebnis wirkt in seiner Gesamtheit eher bereichernd und der Vorteil, wenn Investor und Planer von hier sind, ist bestimmt nicht von der Hand zu weisen.“

Der Uttinger Gemeinderat beschloss einstimmig die Beauftragung der Verwaltung, das Konzept an den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München weiterzuleiten, um alle Belange nochmals zu prüfen. Dabei sollte berücksichtigt werden, entlang der Bahnhofsstraße Parkbuchten und Bäume einzuplanen.

Dieter Roettig

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