Dreimal so viel

Uttinger Bürgertreff wird teurer als geplant

VR-Gebäude in Utting
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Im Erdgeschoss der ehemaligen VR-Bank in der Uttinger Bahnhofstraße residieren künftig der Bürgertreff Füreinander und ein multifunktionales Gemeindezentrum mit Veranstaltungs- und Seminarraum.
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
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Utting – Solange Architekt Benedikt Sunder-Plaßmann und Füreinander-Vorstand Hans Starke die Zukunft des ehemaligen VR-Bankgebäudes als Bürgertreff in rosa Farben schilderten, waren die Gemeinderäte Feuer und Flamme. Als man zum Schluss des Vortrags auf die Kosten kam, schlug die Stimmung um. Statt den ursprünglich geschätzten 100.000 Euro standen nunmehr 300.000 Euro inklusive Mobiliar im Raum. Unverständlich für Peter Noll (GAL), der kopfschüttelnd fragte, ob in Utting das Geld auf den Bäumen wachse. Er stimmte dann auch als Einziger gegen die weiteren Planungen.

Wie mehrfach berichtet, hatte die Gemeinde Utting im Jahr 2016 das Volksbankgebäude in der Bahnhofstraße 31 gekauft. Ein Umzug des zu klein gewordenen Rathauses in der Eduard-Thöny-Straße in das rund 500 Quadratmeter große VR-Gebäude war der Hintergedanke bei der Investition von 1,45 Millionen Euro. Die Summe wurde durch den Grundstücksverkauf des ehemaligen Jugendhauses gestemmt. Die Rathausidee direkt neben dem Feuerwehrhaus wurde schließlich zugunsten eines möglichen Neubaus verworfen. Immerhin hat man das Obergeschoss des Gebäudes sinnvoll genutzt und für eine Kinderkrippengruppe umgebaut. Dieses Provisorium wird solange gebraucht, bis das „Haus der Kinder“ auf der Ludwigshöhe saniert und um Räumlichkeiten für eine Krippe ergänzt ist.

Nachdem sich der Gemeinderat gegen den ursprünglich geplanten Umzug des von „Füreinander“ betreuten Bürgertreffs in die neue Schmuckersiedlung an der Schondorfer Straße ausgesprochen hatte, wurde das Erdgeschoss des ehemaligen Bankgebäudes dem gemeinnützigen Verein als neues ‚Dahoam‘ angeboten. Für rund 100.000 Euro wollte man unter der Regie des Bauamts die Bankeinrichtungen zurückbauen und Senioren- und Behindertengerechte Räumlichkeiten schaffen.

Dazu haben Füreinander-Chef Hans Starke und Architekt Sunder-Plassmann ein „offenes Konzept für alle Bürger“ ausgearbeitet und den Bürgertreff als „multifunktionales Gemeindezentrum“ vorgestellt, das allerdings den ursprünglichen Kostenrahmen gewaltig sprengt. Die Räumlichkeiten sollten künftig nicht nur für die Seniorenbetreuung genutzt werden, sondern könnten von Vereinen, Organisationen wie der Volkshoch- oder Musikschule und sogar von politischen Gruppierungen reserviert werden. Vor allem abends seien freie Kapazitäten vorhanden.

Fußboden macht Sorgen

Dazu sollen barrierefrei ein großer Veranstaltungsraum für bis zu 80 Personen, ein kleinerer Seminarraum für bis zu 18 Personen, ein Büro und eine Küche untergebracht werden. Kostspielig wird eine  behindertengerechte Toilette im Vorraum, die Dank einer automatischen Eingangstüre und mit einem Spezialschlüssel auch von außen zugänglich ist. Neben neuen Fenstern und Türen ist ein Durchbruch zu den überdachten Kolonaden vorgesehen, damit die Senioren auch bei Frisch­luft und Sonne betreut werden können.

Kopfzerbrechen bereite laut Hans Starke der Fußboden, den man zumindest zu einem Drittel ergänzen oder besser ganz erneuern müsse. Die Toiletten im Untergeschoss könnten übernommen werden wie auch der ehemalige Tresorraum als Lager. Die bestehende Beleuchtung kann wie gehabt genutzt werden. Schließlich müsse noch der Brandschutz angepasst werden, auch wegen der Kinderkrippe im Obergeschoss.

Nach ausführlicher Diskussion wegen der hohen Kosten einigte sich der Gemeinderat schließlich doch darauf, „die Planung inklusive Ausschreibung voranzutreiben und gemeinsam mit dem Verein Füreinander Fördermittelanträge zu stellen.“ Zudem wurde dem Verein ein Pachtvertrag für 25 Jahre zugesagt. Der lange Zeitraum müsse bei Förderungen wie von „PflegesoNah“ sein, wie Geschäftsleiter Florian Zarbo erläuterte.

Für die weitere Planung und Abwicklung wurde ein Arbeitskreis gebildet, dem neben Vertretern des Vereins Füreinander, der Gemeindeverwaltung und des Bauausschusses auch die Seniorenreferenten Renate Standfest (GAL) und Helmut Schiller (SPD) sowie Bürgermeister Florian Hoffmann (LWG) angehören.

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