Im Randgebiet schnell surfen?

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Im Schneckentempo ins World Wide Web? Damit soll auch in den Randgebieten von Utting bald Schluss sein.

Utting – Videos streamen, Spiele laden, Fotos synchronisieren oder Pläne an den Chinesischen Businesspartner mailen – ein schneller Internetanschluss erleichtert das Privat- und Geschäftsleben ganz enorm. Was in den Großstädten und Ballungszentren als Selbstverständlichkeit angesehen wird, lässt die Nutzer in vielen ländlichen Gemeinden oft verzweifeln – so auch in Utting.

In kleineren Gemeinden und vor allem in den Randgebieten träumen Bürger und Firmen vom schnellen Netz, wie es zwei Drittel der deutschen Haushalte schon haben. Das verbleibende Drittel wird jetzt verstärkt in Angriff genommen. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung von 2013 heißt es schließlich: „Bis zum Jahr 2018 soll es in Deutschland eine flächendeckende Grundversorgung mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde geben“. Und Bayerns Finanz- und Heimatminister Markus Söder unterstrich das kürzlich bei seinem Besuch in Landsberg: „Unser Ziel ist es, dass jeder Haushalt einen schnellen Internet-Zugang erhält.“

Im Rahmen des Bayerischen Breitbandförderungsprogramms will auch Utting jetzt den Breitbandausbau erneut verbessern, was eines der Hauptthemen in der letzten Gemeinderatssitzung war. Winfried Kopperschmidt vom Ing.-Büro IK-T Manstorfer aus Regensburg, von der Gemeinde vor einem Jahr mit der Betreuung des Breitbandausbaus in Utting beauftragt, informierte die Gemeinderäte jetzt über den aktuellen Stand des Verfahrens.

Nachdem im Kernbereich die Netzleistung bereits bei rund 30 Mbps liegt, gehe es jetzt darum, die restliche Gemeinde und vor allem die Rand- und Außenbezirke wie Holzhausen oder Achselschwang mit schnellem Internet zu versorgen. Was zu einer heftigen Diskussion sorgte. Peter Noll (GAL) hinterfragte die Notwendigkeit einer höheren Datenrate in den Außenbezirken. Wobei ihm Gemeinderat Matthias Hornsteiner (LW) heftig widersprach: „Als Landwirt im Randgebiet laufen bei mir den ganzen Tag Daten über das Internet. Die niedrige Rate macht mir sehr oft Probleme zum Nachteil meines Geschäfts!“ Gerade die Landwirtschaft sowie kleine und mittlere Gewerbe würden vom Breitbandausbau profitieren. Unternehmen, die konkurrenzfähig bleiben wollen, sind zwingend auf schnelles Internet angewiesen. Internetbasierte Anwendungen werden künftig verstärkt eingesetzt. Und die Zuschüsse der Bayerischen Staatsregierung wolle man unbedingt mitnehmen.

Netzbetreiber gesucht

Der besseren Breitbandver­sorgung auch in den Randge­bieten schloss sich dann doch die Mehr­zahl der Gemeinderäte an: Mit 15:2 stimmten sie für die Einbeziehung dieser Gebiete bei der Ausschreibung – trotz erheblicher Mehrkosten. Für das einstufige Auswahlverfahren zur Ermittlung eines Netzbetreibers für den Aus- und Aufbau wurden die Erschließungsgebiete definiert und drei Lose festgelegt. Nun heißt es abzuwarten, welcher Netzbetreiber sich für Utting entscheidet und wann es mit dem Ausbau endlich losgeht.

Die Down- und Upload-Geschwindigkeit kann übrigens jeder Internetbenutzer ganz leicht selbst überprüfen. Unter www.speedtest.net/de/  checkt man mit einem Klick, wie schnell das örtliche Internet ist. Für Handys und Tablets gibt es entsprechende Apps zum kostenfreien Download. D. Roettig

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