Schmucker-Siedlung sorgt für hohen Schuldenstand

Uttinger Haushalt 2021 mit Rekordvolumen

Tiefbauarbeiten: Hier entsteht die Schmucker-Siedlung.
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Wegen der hier entstehenden Schmucker-Siedlung sieht der Uttinger Haushalt 2021 nicht so rosig aus. Wenn das Prestige-Objekt fertiggestellt und vermietet ist, wird sich das Blatt wenden.

Utting – Die Tiefbauarbeiten im Karree Landsberger-, Schondorfer- und Hechenwanger Straße symbolisieren das tiefe Loch, das die hier entstehende Schmucker-Siedlung im Uttinger Haushalt verursacht. Das Mammutprojekt mit 88 günstigen Mietwohnungen sorgt für einen Rekordhaushalt von 39,3 Millionen Euro. 10,1 Millionen davon fallen in den Verwaltungshaushalt und 29,2 Millionen in den Vermögenshaushalt. Die Gesamtschulden werden zum Jahresende bei 25,4 Millionen Euro liegen, wovon allein auf das Schmucker-Projekt 17,8 Millionen fallen. Keine Überraschung für den Gemeinderat, der den Haushaltsplan und die Haushaltssatzung einstimmig genehmigte.

Für weitere Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen wurde im Haushalt 2021 eine Kreditaufnahme von fünf Millionen Euro festgesetzt. Dafür sowie mit den Einnahmen muss die Gemeinde dringend notwendige Maßnahmen stemmen. Zum Beispiel die Erneuerung des Schulhausdaches und die Abschlussarbeiten der Schulheizung für gesamt 860.000 Euro oder den Bau des Mehrgenerationenspielplatzes im Summerpark mit 231.600 Euro.

Sanierung, Erweiterung und Container-Provisorium von Kindergarten und -krippe, Erweiterung des Telos-Kinderhauses sowie der Waldkindergarten schlagen mit 3,5 Millionen Euro zu Buche. Selbst der gemeindeeigene Campingplatz wird mit einer halben Million Euro aufgehübscht. Für Planungskosten und erste Arbeiten am Lagerschuppen beim Bahnhof sind 120.000 Euro eingeplant. Auch der Bauhof wurde mit 65.000 Euro für ein neues Fahrzeug sowie Container und Balkenmäher bedacht. Die Personalausgaben liegen bei knapp 1,6 Millionen Euro. Für Gebäude-, Straßen- und Brückenunterhalt sind 1,25 Millionen vorgesehen. An den Landkreis müssen 2,7 Millionen Euro Kreisumlage überwiesen werden.

Die Einnahmen im Verwaltungshaushalt werden im Vergleich zum Vorjahr leicht sinken, belaufen sich aber immer noch auf 9,12 Millionen Euro. Trotz Corona steigt dabei sogar die Gewerbesteuer um 125.000 Euro. Allein der Einkommensteuer- und Umsatzsteueranteil beträgt im Haushalt 38,9 Prozent, was 3,92 Millionen Euro Einnahmen entspricht.

365 Seiten-Haushalt

Wie Kämmerer Florian Zarbo bei der Vorstellung des 365 Seiten starken Haushalts ausführte, wurde eine Zuführung des Verwaltungshaushalts an den Vermögenshaushalt in Höhe von 192.100 Euro veranschlagt. Für die ordentliche Tilgung von Krediten sind 292.100 Euro eingeplant. Die gesetzliche Vorgabe, nachdem die Zuführung mindestens so hoch sein müsse, dass damit die ordentliche Tilgung der Kredite gedeckt werden kann, wird allerdings in den Haushaltsjahren 2021 und 2022 zunächst nicht erfüllt.

Nach dem Bezug der Schmucker-Wohnungen im Jahr 2023 decken die laufenden Mieteinnahmen sowohl das Labo-Darlehen als auch die Zinsen. Die Zuführung sowie die pauschale Finanzzuweisung ermöglichen dann eine freie Finanzspanne, mit der wieder anstehende Investitionen getätigt werden können.
Dieter Roettig

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