Sprung an die Weltspitze

Uttinger Klippenspringerin erzielt bei WM den achten Platz

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Iris Schmidbauer zeigt atemberaubende Sprünge bei den Red Bull Cliff Diving World Series auf den portugiesischen Azoren.

Utting – Dass eine große Sportkarriere auch am Ammersee starten kann, beweist die 24-jährige Klippenspringerin Iris Schmidbauer. Am Holzsprungturm in Utting hat sie ihre ersten Tricks ausgeklügelt. Vor Kurzem nahm sie an ihrer zweiten Weltmeisterschaft in Südkorea teil. Und sicherte sich souverän den achten Platz.

Sie will hoch hinaus und dann tief hinunter. Iris Schmidbauer gehört zu den deutschen Spitzenreitern im High und Cliff Diving. Sie hat unter anderem an zwei Weltmeisterschaften und mehreren Red Bull Cliff Diving Series teilgenommen. Ob sie jemals Angst vor den Wettkämpfen gehabt habe? „Ich habe mehr Angst vor den 20 Metern als vor dem Contest“, gibt Schmidbauer zu. „Dass ich von einer Jury bewertet werde, ist dann Nebensache“.

Mit Sprüngen aus luftigen Höhen zeigt die Klippenspringerin ihre spektakulären Tricks wie den dreifachen Salto mit Doppelschraube. Man könne komplizierte Sprünge jedoch nur selten üben. „Jeder Trick aus 20 Metern ist eine enorme Belastung für den Körper und fordert viel Konzentration“,erklärt Schmidbauer.

Iris Schmidbauer

Ernsthaft verletzt habe sie sich bei den waghalsigen Sprüngen aber noch nie. „Ich bin zwar schon mal gecrasht, aber zum Glück hatte ich hinterher nur blaue Flecken und Blutergüsse.“ Und auch ein leichtes Schleudertrauma sei ihr in ihrer Laufbahn nicht erspart geblieben. Man solle sich dem Risiko bewusst sein, aber nicht zu viel nachdenken.

Ihre Faszination fürs Wasserspringen hatte Schmidbauer im Alter von 13 Jahren entdeckt, als sie die Olympischen Spiele im Fernsehen verfolgte. Davor habe sie die Sportart als solche nicht wahrgenommen. „In Bayern ist Wassersport jetzt nicht wirklich verbreitet“, lacht sie. Danach habe sie sich selbst ein bisschen im Springen versucht, bis sie später in einem Münchener Verein regelmäßig zum Training gegangen sei. „Da habe ich dann zufällig einen High Diver kennengelernt, der auch im Bad trainiert hat. Er hat mir erzählt, was er macht, und das hat mich schon beeindruckt“, schwärmt Schmidbauer. Sie selbst habe Cliff und High Diving daraufhin stärker verfolgt und festgestellt, dass auch für Frauen professionelle Wettkämpfe veranstaltet werden.

Auf Empfehlung des Profis nahm Schmidbauer 2014 an einem Einsteigerwettkampf in der Schweiz teil. „Ich wusste bei der Anreise noch nicht, ob ich als Zuschauer oder als Turmspringer da bin“, erzählt sie. Sie traute sich und räumte den zweiten Platz ab. Von da an stieg Schmidbauer immer weiter auf.

Für ihren Erfolg hat sie ein persönliches Rezept: „Um mich zu motivieren, schnippe ich vor dem Absprung immer drei Mal mit den Fingern“, erklärt sie. „Das ist so eine Art Ritual“.

Gegen den flauen Magen vor dem Sprung helfe das allerdings nicht. „Dieses miese Gefühl wird man nie los. Klar, es ist schwächer, wenn man Sprung und Location gut kennt. Bei schwierigen Tricks aus großer Höhe sieht es da allerdings schon anders aus“.

Emilia Pallmer

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