Uttinger KZ-Mahnmal bleibt abstrakt

Solly Ganor, ein Überlebender des KZ-Außenlagers in Utting, sieht sein Betonrelief am besten im KZ-Friedhof der Ammerseegemeinde untergebracht. Damit steht der Realisierung der von Franz Weißhaar entworfenen Gedenkstätte im ehemaligen Dyckerhoff-Gelände nichts mehr entgegen. Uttings Gemeinderat befürworteten jüngst einstimmig das Konzept des Kunstprofessors aus Landsberg.

Das Mahnmal soll im neuen Wohngebiet direkt am jenem Bachlauf errichtet werden, wo sich die Häftlinge auf dem Weg zur Zwangsarbeit ihr Trinkwasser holen mussten. Die von Sitzbänken umgebene Gedenkstätte besteht aus drei miteinander verbundenen, senkrechten Stelen aus Dolomit. Sie weisen Höhen von 1,15 bis 1,98 Meter auf, die niedrigeren enden in Ablageflächen, auf die nach jüdischem Brauch Steinchen zum Gedanken an die Toten gelegt werden können. Auf drei Tafeln sind deutsche und hebräische Inschriften sowie ein Davidstern vorgesehen. Im Text wird auf das Schicksal der Dyckerhoff-Zwangsarbeiter hingewiesen, für die das NS-Regime „Vernichtung durch Arbeit“ vorgesehen hatte. Weißhaars Entwurf sollte bereits im Mai zur Abstimmung im Gemeinderat kommen – doch damals tauchte überraschend das von Ganor im Jahr 2000 in Utting gefertigte Relief auf. Es zeigt einen stilisierten Zwangsarbeiter mit Judenstern. Der Uttinger Helmut Ellinger hatte das Kunstwerk unlängst bei der Zwangsversteigerung der Werk­stätten des umstrittenen Betonkünstlers Bernd Dudek im Dyckerhoff-Werk erworben und der Gemeinde zur Verfügung ge­stellt. Man entschied zunächst, Prof. Weißhaar solle doch versuchen, Ganors Werk der Gedenkstätte anzugliedern. Doch in einem Schreiben an die Gemeinde Utting teilte der Holocaust-Überlebende nun mit, dass er den KZ-Friedhof in Utting „als einzig legitimen Standort“ für sein Kunstwerk ansieht.

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