Leonhardi-Ritt Utting

Großer Aufritt am See

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Nach guter alter Tradition: dreimal geht’s um die Kirche St. Leonhard in Utting.

Utting – Zwischen dem großen Aufritt fein geschmückter Rösser marschiert tapfer ein kleiner grauer Esel. Er stoppt mit seiner Begleiterin vor dem Podium mit der hohen Geistlichkeit und nimmt den Segen entgegen. In Utting säumten wieder tausend oder mehr Besucher die Straßen und erlebten einen malerischen Leonhardi-Ritt. Einen, der bekannt ist im Oberland, weil er zu den älteren gehört (erstmals erwähnt um 1780) und weil der Leonhardiverein mit seinem Vorsitzenden Michael Bauer den Tag zu einem Festtag gestaltete und die bairische Lebensfreude zelebrierte.

„Es war ein wunderbarer Leonhardi-Ritt“, schwärmt Bauer. „Das Wetter war ein Traum, die Pferde und ihre Reiter entspannt und guter Dinge – so wie man es sich wünscht.“ Das Wetter war den Uttingern überaus gewogen. Während sich im Hinterland des Ammersees noch die Nebelschwaden übers Land legten, lachte über Utting schon die Sonne, als die ersten der 15 Gespanne und der über 120 Rösser eintrafen.

Eine Verbeugung vor der Tradition

Prachtvoll geschmückt mit kunstvoll geflochtenen Mähnen, die Schweife zu Zöpfen gebunden und mit Blüten verziert, boten sie ein feierliches Bild. Dazu die kostbaren Geschirre, die glanzvoll poliert waren. Bauer betonte auch die Vielfalt der Rassen, die vor allem aus den Reitställen rund um den Ammersee gekommen sind. Von der hohen spanischen Schule bis zu Western-Pferden, Haflingern und Ponies.

Eindrucksvoll auch die 15 Kutschen, Landauer, Festwagen und großen Gespanne. Die größten kutschierten die Musiken durchs Dorf: Wie etwa Johann Sprenzel aus Bernbeuren, der das Schülerblasorchester St. Ottilien „an Bord“ hatte oder Klement Noll aus Dießen-Wengen, der die Blasmusikfreunde Utting sicher und souverän dreimal um die Kirche St. Leonhard lenkte. In der Ehrenkutsche, einem fein herausgeputzten Landauer aus Achselschwang mit Pferden von Alfred Graf aus Unterbeuern freuten sich Landrat Thomas Eichinger und Uttings Bürgermeister Josef Lutzenberger sowie Pfarrer Monsignore Heinrich Weiß und Festredner Pater Timotheus Bosch, der junge Prior der Erzabtei St. Ottilien an dem schönen Tag. Das Podium mit den Geistlichen flankierten die Uttinger Vereine mit ihren Fahnenabordnungen als Zeichen der Verbundenheit mit den örtlichen Traditionen.

Ideenreich gestaltete Festwagen mit Darstellungen aus der Landwirtschaft, dem kirchlichen und traditionellen Leben, zogen die Blicke an, unter anderem dabei die Leonhardikirche Utting, die der Leonhardi-Verein gebaut hatte, vorge- spannt die Pferde von Günther Sprenzel aus Burggen. Oder der Erntedank-Wagen vom Gartenbauverein Utting mit Kutscher Josef Steinle aus Dießen-Wengen. Die Himmelfahrt zeigte der Gesangverein Utting mit Josef Albrecht aus Forst auf dem Kutschbock.

Auch der Tagesbeginn in der voll besetzten St. Leonhardskirche mitten im Ort, dort wo sich die Ortsdurchfahrt gabelt, hat die Kirchenbesucher begeistert. Die geistliche Musik mit den Blasmusikfreunden sei überaus erbaulich gewesen, erzählten sie nach dem „Großer Gott wir loben Dich“. Festprediger Timotheus Bosch, seit Sommer Prior der Erzabteil St. Ottilien, segnete Tiere und Reiter und verweilte lange in Utting. Es sei sein erster großer Anlass im neuen Amt gewesen, lachte der junge Geistliche und erfreute sich auch an der weltlichen Feier in der Sedlmeir-Halle.

Wild und ungestüm ging’s in die Nacht hinein. Über 200 tanzten im Schützenheim zu bairisch-böhmischen Klängen – Walzer, Polka, Landler – der Tegernseer Tanzlmusi. „Der Funke ist gleich rübergesprungen“, erzählt ein Volkstänzer, „die Tegernseer Burschen haben einfach a Freud‘ an der Musik, das spürt jeder und man wird einfach mitgerissen.“

Beate Bentele

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