Aus "Vielleicht Rathaus" wird nichts

Uttinger Rathaus kommt nicht ins VR-Gebäude

+
Der Umbau des VR-Bankgebäudes zum neuen Uttinger Rathaus ist vom Tisch. In die Bahnhofstraße 31 zieht der Verein „Füreinander“ mit seinem „Bürgertreff 17 & Wir“. Die Kinderbetreuung im Obergeschoss kann damit länger als die geplanten drei Jahre bleiben.

Utting – Seit die Gemeinde Utting 2016 das Volksbankgebäude in der Bahnhofstraße 31 gekauft hat, interpretierten viele Gemeinderäte und Bürger das Firmenlogo VR als „Vielleicht Rathaus“. Denn der Umzug vom zu klein gewordenen Rathaus in der Eduard-Thöny-Straße in das rund 500 Quadratmeter große Haus war der Hintergedanke bei der Investition von 1,45 Millionen Euro. Diese Idee ist jetzt vom Tisch. Statt der Verwaltung zieht der gemeinnützige Verein „Füreinander“ mit seinem Bürgertreff „17 & Wir“ in das Gebäude direkt neben dem Feuerwehrhaus. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Sobald die VR-Bank im Herbst in ihren Neubau in der Schondorfer Straße umgezogen ist, wird das Erdgeschoss des bisherigen Gebäudes für den Bürgertreff tauglich gemacht. Nach dem Rückbau der Bankeinrichtungen entstehen barrierefreie Toiletten, eine Küche sowie eine Außentüre in den Garten. In den geschätzten Kosten von 100.000 Euro ist auch der Innenanstrich der Wände eingerechnet. Der bisherige Vorraum des Bankgebäudes wird künftig als öffentlich zugänglicher „Broschüren-Raum“ für Gemeinde- und Touristen-Informationen genutzt. Um kostenmäßig im Rahmen zu bleiben, soll der Umbau vom gemeindlichen Bauamt koordiniert werden.

Geschäftsleiter und Kämmerer Florian Zarbo stellte eine staatliche Förderung von 60 Prozent in Aussicht – allerdings nur bei 25-jähriger Nutzung durch den Verein „Füreinander“. Darauf wollte sich Gemeinderätin Renate Standfest (GAL) trotz Lob für die Seniorenarbeit des Vereins aber doch nicht festlegen. Kollege Ralf Stief (CSU) wiederum fand das alte VR-Gebäude ideal für den Verein und nicht optimal für einen Rathausumbau. Bürgermeister Florian Hoffmann sprach sich für Planungssicherheit für den Verein aus und wies darauf hin, dass man so auch die zunächst provisorisch eingerichtete Kinderbetreuung im Obergeschoss über die bislang angedachten drei Jahre hinaus nutzen könne.

Nicht zu Schmucker

Ursprünglich war vom Gemeinderat angedacht, Füreinander und Bürgertreff in den Gemeinschaftsräumen der künftigen Schmucker-Siedlung unterzubringen. Wegen des „erheblich baulichen Mehraufwandes“ zur Erreichung des Raumbedarfs inklusive Kellererweiterung aber wurden diese Planungen verworfen.

Das „Wie und Wo“ eines neuen Rathauses wird noch oft auf der Agenda des Uttinger Gemeinderates stehen. Hoffmann machte schon im Wahlkampf klar, dass er nichts von einem teuren Um- oder Anbau des jetzigen Rathauses hält. Er plädierte für den Abriss und einen Neubau an gleicher Stelle. Dazu müsse man aber erst mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan Baurecht schaffen, weil ein Teil der Fläche im Außenbereich liegt.

Gemeinderat Ralf Stief sprach Hoffmann aus der Seele: „Wir dürfen hier nicht länger rumeiern, sondern müssen endlich das Ei legen!“ Das will Hoffmann jetzt mit Nachdruck vorantreiben. Da die notwendige Erweiterung des Rathauses seit gut fünfzehn Jahren Thema sei, will er noch in seiner ersten Legislaturperiode mit dem Bau starten.

Das jetzige Rathaus ist an vielen Stellen marode, für die dreizehnköpfige Verwaltung viel zu klein und nicht barrierefrei. Es gibt kein Archiv und keinen Besprechungsraum. Wenn man etwas zu bereden hat, trifft man sich in der Küche…
Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Utting: Drei Millionen für „Haus der Kinder“
Utting: Drei Millionen für „Haus der Kinder“
Landsberg: Sommerunterhaltung mit „Mandragola“ und Moreth Company
Landsberg: Sommerunterhaltung mit „Mandragola“ und Moreth Company

Kommentare