Bürgermeister und Feuerwehrkommandant

Uttinger Sonderfall: Florian Hoffmann in Doppelfunktion

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Neuer Chef im Uttinger Rathaus wird zum 1. Mai Florian Hoffmann. Als Bürgermeister will er auch Kommandant der Feuerwehr bleiben.

Utting - Renate Standfest wurde bei der Bürgermeister-Wahl lange als Favoritin gehandelt. Trotz Schützenhilfe von Robert Habeck unterlag sie Florian Hoffmann (37), der 53,6 Prozent holte. Der gemeinsame Kandidat der Ländlichen Wählergemeinschaft und der CSU-Bürgerliste tritt am 1. Mai die Nachfolge von Josef Lutzenberger an, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidierte. Im KREISBOTEN-Interview erzählt der künftige Bürgermeister von seinen Vorbereitungen in der Corona-Krise.

Der Countdown läuft. Wie bereiten Sie sich in diesen schwierigen Zeiten auf Ihr neues Amt vor?

Florian Hoffmann: „Ich kann bereits viele Sachen vorbereiten, ohne offiziell im Amt zu sein. Wie zum Beispiel den Sitzungskalender für den neuen Gemeinderat oder künftige Abläufe im Rathaus. Große Sorgen bereiten mir natürlich die sich anbahnenden finanziellen Ausfälle in der Gemeindekasse, die wir durch die Corona-Krise zu erwarten haben.“

Werden Sie von Ihrem Vorgänger eingearbeitet und wird er Sie auch künftig unterstützen?

Hoffmann: „Die Tatsache, dass ich bereits in der Verwaltung des Rathauses arbeite, den kurzen Dienstweg nutzen kann und in viele Angelegenheiten eingebunden bin, erweist sich als großer Vorteil. Die umfassende Einweisung durch Bürgermeister Lutzenberger erfolgt derzeit, wobei er mir auch nach seinem Ausscheiden seine Unterstützung zugesagt hat, wenn ich Fragen habe.“

Werden Sie die erste Zeit im Rathaus oder im Home Office arbeiten?

Hoffmann: „Ich arbeite bereits jetzt ausschließlich im Rathaus und werde das auch als Bürgermeister so handhaben. In der ungewöhnlichen Zeit von Corona und danach will ich als Ansprechpartner für die Bürger und natürlich für die Belegschaft im Rathaus da sein.“

Wann findet die erste Sitzung des neuen Gemeinderats statt?

Hoffmann: „Die konstituierende Sitzung mit dem vom Gesetzgeber vorgeschriebenen vollzähligen Gremium wird vermutlich am 14. Mai stattfinden. Je nach Lage im Feuerwehrhaus oder in der Turnhalle.“

Wer wird Sie vereidigen?

Hoffmann: „Wie üblich wird das der dienstälteste Gemeinderat übernehmen. In Utting ist das Helmut Schiller von der SPD, der dem Gremium bereits seit 36 Jahren angehört.“

Wer wird den Posten Ihres Stellvertreters übernehmen?

Hoffmann: „Dieses Amt wurde der Grünen Alternativen Liste mit sieben Sitzen angeboten. Die GAL wird einen Kandidaten vorschlagen.“

Gibt es bereits einen Austausch mit den Fraktionen und den neu gewählten Gemeinderatsmitgliedern?

Hoffmann: „Man kennt sich bereits gut und so finden natürlich Gespräche über die Parteigrenzen hinaus statt. Der bisherige Verlauf stimmt mich sehr positiv.“

Welches sind die dringendsten Themen, die Sie gleich angehen wollen?

Hoffmann: „Im Mittelpunkt stehen – wie bereits erwähnt –die Schwierigkeiten durch die Corona-Krise und die anstehenden Investitionen bzw. geplanten Maßnahmen. Natürlich habe ich unsere Gemeinde-Immobilien im Blick, aber auch die Erweiterung des Gewerbegebiets. Realistisch betrachtet werden mich die laufenden Projekte wie die Schmucker-Bebauung, die biologische Aufwertung des Mühlbaches und die laufenden Tätigkeiten im Rathaus schneller einholen, als ich mir das aktuell vorstellen kann.“

Was bedeuten die Corona-Beschränkungen für die Arbeit im Rathaus?

Hoffmann: „Derzeit arbeiten die Abteilungen nur in kleiner Besetzung, der Rest der Kollegen im Home Office. Das erfordert eine Anpassung der Abläufe. Natürlich fehlt uns der Publikumsverkehr im Haus. Intern überlegen wir bereits, wie wir nach den Corona-Bechränkungen den Nachholbedarf bei den zurückgestellten Bürgeranliegen zügig abarbeiten können.“

Letzte Frage: Bleiben Sie auch als Bürgermeister Kommandant der Feuerwehr?

Hoffmann: „Das habe ich mir fest vorgenommen und auch den Kameraden versprochen. Grünes Licht der Rechtsaufsicht im Landratsamt liegt dafür vor. Natürlich müssen wir diese ungewöhnliche Situation so gestalten, dass durch die Doppelfunktion kein Gemauschel oder unrechtmäßige Situationen entstehen können.“ 
Dieter Roettig

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