Vater und Tochter schreiben ein Buch

Geschichte vor der Haustür

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Herbert Feyrsinger und Barbara Federl arbeiteten rund ein Jahr an der Echinger Häusergeschichte und freuen sich, das Resultat nun der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Eching – Die Vergangenheit boomt: In vielen Dörfern sind in den letzten Jahren Ortschroniken und Häusergeschichten erschienen. Auch Eching legt nun ein solches Werk vor: „Eching am Ammersee – Die Geschichte eines Dorfes und die Geschichte seiner Häuser“ heißt es, ist 290 Seiten stark und wird am heutigen Mittwoch offiziell vorgestellt.

Das Buch stammt von einem engagierten Vater-Tochter-Duo: Herbert Feyrsinger (67) und Barbara Federl (33) steckten ein Jahr intensiver Arbeit in Recherche und Schreiben. Gemeinsam mit sechs weiteren Autoren gestalteten sie einen spannenden Rückblick in die Geschichte vor der eigenen Haustür.

Dem pensionierten Polizeibeamten Herbert Feyrsinger schwirrte die Idee einer Ortschronik schon lange im Kopf herum. Das 950-jährige Jubiläum, das sein Heimatdorf in diesem Jahr feiert, bot den passenden Anlass. Feyrsingers Tochter Barbara Federl befand sich gerade in Elternzeit und stieg mit in die Buch-Arbeit ein – bald so intensiv, dass sie das Gefühl hatte, wieder im Vollzeit-Job zu stehen. „Ich bin da immer mehr hineingerutscht“, sagt sie und lacht. Sehr nützlich waren ihre Latein-Kenntnisse, denn es fanden sich Aufzeichnungen früherer Pfarrherren, die sensible Informationen – zum Beispiel über den Lebenswandel einzelner schwarzer Schäfchen – auf Latein notiert hatten.

Anhand von 45 bäuerlichen Anwesen dokumentiert das Buch die Geschichte des Ortes. Ein Kapitel beschäftigt sich mit den frühen Spuren Echings und seiner Erstnennung im Jahr 1065, doch den Schwerpunkt bilden das 19. und 20 Jahrhundert. Fotos zeigen die beschriebenen Häuser damals und heute. Wo immer möglich, haben Feyrsinger und Federl Zeitzeugen befragt – der älteste 90 Jahre alt, der jüngste 47. Sie schildern aus eigenem Erleben zum Beispiel die Nachkriegszeit, die Flurbereinigung, den Maibaumklau. Einige von ihnen werden auch bei der offiziellen Buchvorstellung zu Wort kommen.

Das Buch macht deutlich, wie hart das Leben der Landbevölkerung war. Wie schwer auch Frauen, egal ob schwanger oder frisch entbunden, arbeiten mussten. Wie hoch die Sterblichkeit junger Mütter war und wie kurz die Zeit der Trauer. „Oft haben die Männer schon nach vier oder sechs Wochen wieder geheiratet“, sagt Barbara Federl. „Einfach, weil die Arbeitskraft der Frau gefehlt hat oder Kinder versorgt werden mussten.“

Ein Kapitel beschäftigt sich damit, wie Eching den Anschluss ans Eisenbahnnetz verpasste. „Die Bahnstrecke wurde stattdessen durch St. Ottilien verlegt, weil das Kloster Land dafür zur Verfügung stellte“, erzählt Herbert Feyrsinger. Flurnamen, die Schulgeschichte und die Besiedlung südlich der Windach werden ebenfalls behandelt. 527 Fußnoten enthalten Quellenangaben und Begriffserklärungen. Denn das Buch soll auch jüngere Leute ansprechen, die manch altertümlichen Ausdruck nicht mehr kennen. Vater und Tochter sind froh, dass die Arbeit nun abgeschlossen ist – und vor allem stolz auf das, was sie gemeinsam geschafft haben.

„Eching am Ammersee – Die Geschichte eines Dorfes und die Geschichte seiner Häuser“ wird am 25. Februar ab 19.30 Uhr im Gasthof Roming der Öffentlichkeit vorgestellt (Einlass ab 18.30 Uhr). Das Buch kann zum Preis von 25 Euro an diesem Abend gekauft oder über die Gemeindeverwaltung bezogen werden.

Ulrike Osman

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