Kabarett vom Feinsten

Martina Schwarzmann begeisterte mit liebevoll-derbem Humor

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Ausverkauft: Martina Schwarzmann glänzte im Veranstaltungszentrum.

Landsberg – Wenn sie mal alt ist, gründet Martina Schwarzmann eine Punkband. Der Name steht schon: „Die heißen weißen Radisalzer“. Als Antwort auf die „Red Hot Chili Peppers“. Und im Hintergrund „tanzt a Nackerte an Goaßlschnalzer“. Ein Bild für Götter. Wenn man der Kabarettistin zuhört, scheint diese Szenerie gar nicht so weit weg zu sein. Denn auch wenn sich Schwarzmanns Bühnenprogramm rund um den Alltag samt Kindern, Schmutz und upgecycleten Strumpfhosen dreht, blitzt immer wieder ihr rebellischer Humor hervor.

Leicht angeschlagen sitzt die preisgekrönte Kabarettistin auf der Bühne des Veranstaltungszentrums, die Haare hinten zum Dutt gedreht. Bitte die Tür hinter der Bühne zumachen, hustet sie, Tee in der Hand. Aber die Mutter dreier Kinder ist so schnell nicht kleinzukriegen. „Seit sieben Jahren hab i nimmer ausgschlafen“, erzählt sie. Den Ehrgeiz, immer die beste Mama sein zu wollen, hat sie aber schon lange abgelegt: „Die Kinder haben ja nur eine, da muss mer sich net so ins Zeug legen.“ Generell lebe es sich mit Lässigkeit und Toleranz viel entspannter – vor allem gegenüber Schmutz. 

Die bei Fürstenfeldbruck geborene Schwarzmann kennt sich im Leben aus: Da geht es um den Weiberstammtisch, an dem geliebt und gelästert wird. Es geht um Paare, in denen „sie hofft, dass er sich ändert, und er hofft, dass sie so bleibt“. Und auch um „oreidige Sexualpraktiken“. Die mancher Ehemann gerne mal ausprobieren würde und die Frau mit einem Thermomix besticht. Dabei geht es doch viel leichter: „Einfach mal nett zu eurer Frau sein.“ 

Ihre Alltagsgeschichten erzählt Schwarzmann auch singend. Und alles, was sie von sich gibt, nimmt man ihr hundertprozentig ab: Dass sie unordentlich ist, mit ihrem „Krisenzentrum Schreibtisch“ und einer Aversion gegen Formulare hat: „Spein könnt i, wenn bei der IBAN die letzten zwei Kasterl übrigbleiben!“ Dass sie ihre Zeit statt mit Internet und Fernsehen lieber mit dem Backen von Apfelstrudel verbringt. Und dass sie trotzdem auf einem Punkkonzert zwei Lieder gespielt hat. Denn Schwarzmann beschreibt die Gedanken, die jeder irgendwann mal hat, aber eben selten laut ausspricht. 

Wie man widrige Situationen meistert und auch mal mit Hektik und derben Kommentaren zurechtkommt, hat die knapp 39-Jährige Kabarettistin sicher auch in den Jahren gelernt, in denen sie als Köchin gearbeitet hat. Der Küchenton ist doch recht derb. Ihren leisen Humor hat sie sich bewahrt. Feinsinnig und immer ein Funken Ernsthaftigkeit sind mit dabei. Weil Schwarzmann so ehrlich wirkt. Am liebsten würde man mit ihr einen trinken gehen. Und weiter über die Widrigkeiten des Lebens plaudern. 

von Susanne Greiner

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