Zu Lasten der neuen Eigentümer

Braune Brühe im Gartenteich

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Ekelerregend: Während der Bauphase floss diese braune Brühe vom Nachbargrundstück in den Gartenteich von Erika Perk.

Greifenberg – Die Oberflächenentwässerung von vier neu bebauten Grundstücken, die den Teich einer Anwohnerin verdreckt haben, war am Montag Thema im Gemeinderat. Bürgermeister Johann Albrecht und Ralph Müller, Geschäftsleiter der VG Schondorf, wollen in dieser Sache nach Ostern bei Landrat Thomas Eichinger vorsprechen. Unterdessen sucht die Gemeinde mit den neuen Eigentümern der Häuser nach einer Lösung des Entwässerungsproblems.

Wie im KREISBOTEN berichtet, läuft derzeit das Regenwasser der vier neuen Häuser in der Landsberger Straße in Neugreifenberg in einen Graben und von dort in den Weiher einer Nachbarin. Dieser wurde durch die Wassermengen und die mitgeführten Abschwemmungen bereits massiv verschmutzt. Wie Christian Reuting vom Bauamt der VG Schondorf sagte, sei während der Baumaßnahmen der Lauf des Grabens verändert und dieser teilweise verschüttet worden.

Vom Bauträger sei immer wieder ein Entwässerungsplan für die vier Grundstücke angefordert worden, der jedoch zunächst überhaupt nicht und dann nur unvollständig vorgelegt wurde. Dem Bauamtsleiter soll schließlich sogar der Zugang zum Grundstück verwehrt worden sein. Beim Landratsamt als Genehmigungsbehörde habe man immer wieder nachgehakt, sich jedoch „die Zähne ausgebissen“, so Reuting. „Auf die Antwort warten wir bis heute.“

Wie Bürgermeister Albrecht sagte, gehört der Graben nicht der Gemeinde, sondern den Grundstückseigentümern, allerdings sei die Gemeinde unterhaltspflichtig. „Das heißt, wir bräuchten einen Zufahrtsweg von drei bis vier Metern Breite“, erklärte Reuting. „Dann wären aber die Grundstücke beeinträchtigt.“ Nun hoffe man auf einen wenigstens einen Meter breiten Weg, um das Gewässer mit einem Schubkarren erreichen zu können. Der Bauträger habe die Hauskäufer über die Situation offenbar nicht unterrichtet.

Dass die Landsberger Firma die Problematik jetzt auf die neuen Eigentümer schiebe, kritisierten mehrere Gemeinderäte. „Warum wird der Verursacher nicht in Regress genommen?“, so eine wiederkehrende Frage. VG-Geschäftsleiter Ralph Müller warnte, man solle „die Rechtssphäre von Privatleuten nicht so öffentlich diskutieren“. Reuting verwies darauf, dass die juristische Problematik zwischen dem Bauträger und den Hauskäufern bestehe.

Tatsächlich sind sie jetzt gefordert, eine Lösung zu finden. „Wir erwarten von den Grundeigentümern eine Planung“, so Reuting. Zuerst müsse der Graben wieder nutzbar gemacht und ein Konzept für den Unterhalt gefunden werden. „Wir wissen bis heute nicht, wie da eingeleitet wird.“ Dass aus der gut drei Meter hohen Lehmaufschüttung an der Grundstücksgrenze einzelne Wasserrohre herausragen, könne jedenfalls nicht so bleiben.

Was mit dem Teich von Anwohnerin Erika Perk geschieht, ist indes auch dann noch unklar. Reuting sprach davon einen Sedimentabscheider vorzuschalten. Dieser würde Abschwemmungen in den Weiher verhindern, an den größeren Wassermengen und der höheren Fließgeschwindigkeit jedoch nichts ändern.

Bürgermeister Albrecht versprach, nach dem Termin im Landratsamt wieder im Rat zu berichten. Das Gespräch mit Landrat Eichinger soll Mitte April stattfinden.

Ulrike Osman

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