Gastronomie als Herzstück 

Das neue Vereinezentrum Denklingen - so soll's aussehen

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Schon in der Pause kamen die Fragen aus der Bürgerschaft. Vorne Bürgermeister Andreas Braunegger mit Gemeinderätin Regina Wölfl (links), hinten Landrat Thomas Eichinger (rechts).

Epfach/Denklingen – Epfach mit seinen 690 Bewohnern hat eine Dorfwirtschaft: die „Sonne“. Dort fand am Mittwochabend die Bürgerversammlung für die Gemeinde Denklingen statt. Schwerpunktthema im Bericht von Bürgermeister Andreas Braunegger: das geplante Bürger- und Vereinezentrum in Denklingen (BVZ). Diese Ortschaft mit knapp 2000 Einwohnern hat keine Wirtschaft mehr. Auch deswegen soll die Gastronomie das Herzstück im BVZ bilden, um Gebäude und Gemeinde zu beleben.

Im ersten Halbjahr 2019 wolle man so weit sein, dass die Arbeiten für das ungefähr zehn Millionen Euro teure Projekt ausgeschrieben werden, informierte Braunegger die knapp 100 Besucher der Bürgerversammlung. Diese wurde erstmals seit vier Jahren wieder in Epfach abgehalten – in heimeliger Atmosphäre in der Dorfwirtschaft. Die letzten drei Mal fand sie in der Denklinger Mehrzweckhalle statt.

Für heimelige Atmosphäre soll im (BV) auch der Pächter der Gastronomie sorgen. „Sehr früh“ wolle man sich auf die Suche nach einem Pächter machen, sagte Bürgermeister Braunegger, der seit elf Monaten im Amt ist und für den es die erste Bürgerversammlung war.

606 der gut 2.000 Städte und Gemeinden in Bayern hätten keine Wirtschaft mehr, erwähnte der Rathauschef. Denklingen soll wieder eine bekommen: nämlich im BVZ. Die Gastronomie sei die Herzkammer des gesamten Gebäudes. Braunegger weiß um die Herausforderung, was es heißt, einen „geeigneten Wirt“ mit bürgerlicher Küche zu finden. Der Gastronom werde eine Pacht für das Restaurant mit seinen 120 Sitzplätzen und für die Terrasse mit den 90 Plätzen entrichten, die auf der Südseite zum Sportplatz hin errichtet wird. Das Restaurant soll „Zum Vogelherd“ heißen: der Name einer Burg, die zur Denklinger Geschichte gehört.

Wenn Vereine oder andere Nutzer Veranstaltungen im Bürgersaal ausrichten, der in lockerer Reihenbestuhlung bis zu 350 Besucher aufnimmt, wird der Gastronom im Haus für den Ausschank sorgen. Dies soll durch Öffnen einer Schiebetüre zwischen Gastronomie und Saal räumlich zweckmäßig gestaltet werden.

Braunegger schilderte des Weiteren, dass der künftige Wirt den Saal selber anmieten und dort Veranstaltungen ausrichten kann. Wenn Vereine, Firmen oder Privatleute den Saal für große Events nutzen, können sie einen Caterer ihrer Wahl nehmen. Die Getränkeausgabe erfolgt aber ausschließlich durch den Gastronomen.

Im BVZ befinden sich zudem ein Catering-Raum, eine Bar (die von Vereinen betrieben werden kann) und eine Kegelbahn. Hinter dem Saal mit der Bühne sind die Toiletten zentral im Gebäude angeordnet. Es folgen der Proberaum für die Musikkapelle und der Schießstand der Schützen. Der östliche Bereich des langgezogenen Gebäudes ist für die Sportler gedacht. Oder auch als Garagen für die vielen Vereinsbusse.

Wie berichtet, hat Bürgermeister Braunegger die früheren Entwürfe des Büros Köhler-Architekten aus Gauting durch Einbindung eines anderen Planers heuer überarbeiten lassen. So wird das neue Gebäude nicht unterkellert, dafür aber breiter werden. Selbstbewusst verkündete Braunegger auf der Bürgerversammlung, dass die Kosten – 2016 standen 20 Millionen Euro im Raum – auf rund die Hälfte gesenkt werden können.

Meinrad Klein aus Epfach fragte, wie das energetische Konzept bei solch großen Gebäuden aussehe. Man könne beispielsweise die Parkplätze am BVZ unter Freiflächen-Fotovoltaik ausweisen und eine Ladestation für E-Autos zu installieren. Man favorisiere eine Heizung mit Hackschnitzel, äußerte der Bürgermeister – an die auch andere Häuser in der Umgebung angeschlossen werden könnten. Insofern werde man beim BVZ auf Fotovoltaik. Die Wärmepumpen würden zudem viel Energie verbrauchen, meinte der Rathauschef.

Johannes Jais

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