Tracht und Tradition am See:

Die Lust am schönen Gewand

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Die ganz Pracht und Vielfalt historischer Trachten aus Altbayern war am Wochenende in Dießen zu bewundern.
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Die ganz Pracht und Vielfalt historischer Trachten aus Altbayern war am Wochenende in Dießen zu bewundern.
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Die ganz Pracht und Vielfalt historischer Trachten aus Altbayern war am Wochenende in Dießen zu bewundern.

Dießen – Es hat wieder einmal alles wunderbar gepasst und wie ein gutes Räderwerk ineinander gegriffen: Der Himmel über Dießen war tiefblau und strahlender Sonnenschein hieß gut 100 Mitglieder der Vereinigung historischer Trachten von Altbayern willkommen zu ihrer Delegiertenversammlung 2019. Der Heimat- und Trachtenverein „d‘ Ammertaler Dießen-St. Georgen“ hat sich als erstklassiger Gastgeber im Traidtcasten des Kirchenzentrums bewiesen und mit seinen Musikgruppen die Gäste aus ganz Altbayern – von der Oberpfalz bis an die schwäbische Grenze – in wunderbare Klangwelten gehüllt und durch den Tag begleitet.

Die weiteste Anreise dürften die Trachtengruppen aus dem Raum Passau zurückgelegt haben, auch die Grassauer mussten recht früh aufstehen. 50 historische Vereine und Gruppen gehören zur Vereinigung, die im Dießener Trachtenfestjahr 2020 mit über 1.200 Trägern historischer Gewänder am Festsonntag (14. Juni) einen großen Aufmarsch gestalten. Der Festzug wird vor allem im historischen Ortsteil Fischerei einen malerischen und einzigartigen Anblick bieten. Wie bekannt, feiert der Dießener Heimat- und Trachtenverein sein 100. Gründungsfest, der Spielmannszug des Vereins wird 50 Jahre und die Alphorn­bläser gibt es seit 45 Jahren. Die Freude in Dießen ist groß, stellt man sich vor, mit welcher Pracht die kostbaren Gewänder aufwarten und die Jahrhundertfestlichkeit adeln.

Einen kleinen Vorgeschmack gab es bei der Delegiertenver­sammlung. Vor allem die sonn­täglichen Kirchenbesucher verweilten lange vor der Marienmünster-Fassade, um sich von den Festkleidern verzaubern zu lassen. Es bahnten sich Gespräche an, denn Schneider-Techniken und Informationen über Zierrat von Kopfschmuck und Miedern zogen nicht nur die Blicke, sondern auch die Neugierde und das Interesse der Bevölkerung an. Die Träger der histo­rischen Trachten ihrerseits zeigten sich angetan von der musikalischen Vielfalt des Dießener Trachtenvereins, zu dessen Stärken neben dem Tanzen und Platteln auch die Musik in ihren vielen Spielarten ist.

Die Marktgemeinde zeigte sich wieder einmal von ihrer schönsten Seiten. Einmal beein­druckte das Marienmünster, das heuer im September seinen 280. Geburtstag feiert, mit seiner barocken Pracht. Außerdem bestaunten sie die Mysterienbühne im Hochaltar, die in der voröster­lichen Zeit geöffnet ist und anstelle des im Boden versenkten Altarbildes gegenwärtig das österliche Geschehen mit überlebensgroßen Figuren auf der Bühne darstellt.

Dazu noch die sanften Klänge der Saitenschinder – einer Musikgruppe, die Vereinsvorsitzender Magnus Kaindl vor 15 Jahren gegründet hat – und die von der Orgelempore das Kirchenschiff kraftvoll und feinsinnig zugleich in einen Konzertsaal verwandelten. Ein Beispiel dafür, wie kenntnisreich und gewitzt die Kirchenbaumeister im Barock ihre architektonischen Künste zur Ehre der Musik eingesetzt haben. Die Saitenschinder spielten unter anderem eine Polonaise aus Schweden und den Stockauer Tanz aus der Überlieferung des Ritters von Spaun.

Vor dem Münster erwartete der Spielmannszug des Dießener Trachtenvereins mit Major Andreas Huber die Gäste mit klassischer und hochkarätiger Marschmusik. Im Traidtcasten brillierte der Verein mit über 30 Trachtenkindern, die auf der Bühne mit ihrem Orff’schen Instrumentarium kaum Platz fanden und das Publikum mit zwei neuen bayerischen Kinderliedern verzauberten, die erstmals im Repertoire des trachtlerischen Nachwuchses zu hören waren: Sprungbrettl und Fritzi Federl, beide von Hans Schnitzl­baumer, der mit Text und Melodie mitten hinein in die kindliche Seele trifft. Diese neuen Kinderlieder faszinierten übrigens auch Professor Bernhard Hofmann, den Lehrstuhlinhaber für Musikpädagogik der Universität Augsburg, der sie kürzlich lobte: „Diese Lieder zu singen, ist ein Vergnügen.“ Das quittierte das Publikum im Traidtcasten ebenso mit Applaus.

Bürgermeister Herbert Kirsch stellte den Gästen die Marktgemeinde mit ihren Besonderheiten vor und betonte, wie man sich über den Besuch aus dem altbayerischen Raum und deren Gewandkultur freue. Magnus Kaindl, Vorsitzender des Dießener Trachtenvereins stelle den fünftägigen Höhepunkt des Festjahres (10. bis 14. Juni 2020) mit allen Programmpunkten vor und erlebte ob der Vielfalt, Originalität und Modernität der Festtage – vor allem auch wegen des geplanten Kinderprogramms – große Hochachtung von den Mitgliedern der Vereinigung historischer Trachten von Altbayern.

Über 4.000 Mitglieder

Die mehrstündige Delegiertenversammlung diskutierte interne Eckdaten und endete mit einem Sach- und Fachvortrag zur Datenschutzgrundverordnung. Letztlich betonte der Vorsitzende der „Historischen“, Bernhard Findeiß vom Schliersee, wie sehr sich die Vereinigung auf den großen Auftritt am Ammersee freue.

Zur Vereinigung Historischer Trachten von Altbayern gehören 50 Vereine und Gruppen mit über 4.000 Mitgliedern. Die Vereinigung ist freundschaftlich verbunden mit Einrichtungen und Initiativen ähnlicher Zielsetzung. Hervorzuheben ist die Partnerschaft mit dem Bayerischen Trachtenverband und dem Festring München. Weiter erhält die Vereinigung ideelle Unterstützung aus der bayerischen Landespolitik: Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, ist seit 2012 die Schirmherrin der Vereinigung und verleiht so dem Ansinnen der kulturhistorischen Brauchtumspflege politischen Rückenwind auf höchster Ebene. Sie ist natürlich auch in Dießen in der ersten Reihe.

Beate Bentele

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