Alleine geht es nicht

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Auf dem Gelände der Kläranlage Eching wäre genug Platz, um die Vergärungsanlage für Bioabfälle zu errichten. Jedoch wäre die Anlage (blau) nur durch eine Kooperation mit den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Dachau rentabel.

Landkreis/Eching – Ab Januar 2016 wird im gesamten Landkreis Landsberg die Biotonne eingeführt. Aber eine Frage ist bisher noch offen: Wohin mit den Bioabfällen? Eine Option wäre die regionale Verwertung, denn bisher werden die Bioabfälle aus dem Landkreis über 300 Kilometer in eine Müllverbrennungsanlage bei Coburg gebracht. Eine Idee ist dabei, auf dem Gelände der Kläranlage Ammersee in Eching eine Vergärungsanlage zu errichten. Doch diese Lösung ist an Bedingungen geknüpft.

„Sowohl technisch als auch finanziell ist das alles machbar“, sagt Werner P. Bauer vom Ingenieurbüro ia aus München, der die Machbarkeitsstudie zu der Vergärungsanlage durchführte und nun im Umweltausschuss des Kreistages vorstellte. Die Idee einer Vergärungsanlage auf dem Gelände der Kläranlage Ammersee ist indes nicht neu. Bereits seit einigen Jahren taucht dieser Gedanke immer wieder auf. 

Damals war noch die Rede von einer Kooperation mit dem Landkreis Starnberg. Aber: „Die Zusammenarbeit mit Starnberg ist gescheitert“, erklärte der Vorstand der Ammersee-Werke Manfred Schmid jetzt im Umweltausschusses. Die Grundlage des neuen Konzeptes ist nun eine Kooperation mit den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Dachau, die ihre Bioabfälle nach Eching liefern sollen. Im Gegenzug müsste der Landkreis Landsberg seinen Restmüll nach Geiselbullach (Lkr. Fürstenfeldbruck) bringen, das zur kommunalen Gesellschaft für Abfallwirtschaft (GfA) gehört. 

19500 Tonnen pro Jahr 

Auf dieser Grundlage fasse man eine Auslegung der Echinger Vergärungsanlage von 19500 Tonnen Bioabfälle pro Jahr ins Auge, so Bauer. Er rechnet dabei in seiner Machbarkeitsstudie mit 9000 Tonnen jährlich aus dem Landkreis Landsberg, mit 5000 aus Fürstenfeldbruck und 5500 Tonnen aus Dachau. Einen klaren Vorteil sieht der Ingenieur darin, dass die Anlage damit stromautark werden würde. 

12 Millionen Euro 

Laut seinen Berechnungen entstehe dadurch nämlich eine Überkapazität von 1,59 Millionen Kilowattstunden jährlich, was Einnahmen von rund 600000 Euro mit sich bringen würde. Weitere Vorteile sieht Bauer in der zentralen Lage Echings zwischen den Landkreisen und in der direkten Anbindung an die Autobahn 96 München-Lindau. Für einen Umbau könne man außerdem die bestehenden Gebäude nutzen, so Bauer. 

Des Weiteren sei genug Platz vorhanden, um die benötigten Faulbehälter unterzubringen. In die Hand nehmen müsste man für die gesamte Anlage eine Investitionssumme von rund rund Millionen Euro. Aber nicht nur eine Kooperation mit den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck ist von Seiten der Ammersee-Werke angedacht, auch der Landkreis und die AWA Ammersee sollen miteinbezogen werden, so Schmid: „Eine Gesellschaft mit dem Landkreis ist angedacht.“ 

Stabile Gebühren

Landrat Thomas Eichinger (CSU) machte in der Sitzung deutlich, dass er sich durchaus eine Verwertung vor Ort wünschen würde, verwies aber auch darauf, dass er „im Interesse des Gebührenzahlers den Markt nicht ausschließen“ möchte. Eine Müllgebührenerhöhung wolle er auf alle Fälle vermeiden. 

Auf Nachfrage von Josef Loy (CSU) räumte Bauer auch ein, dass man die grundsätzliche Bereitschaft der Landkreise Dachau und Fürstenfeld­- bruck noch nicht geprüft habe. Über die weitere Vorgehensweise im Bezug auf die geplante Vergärungsanlage muss aber zunächst weiter in den Landkreisgremien beraten werden. Und natürlich müsste man gegebenenfalls in Verhandlungen mit Fürstenfeldbruck und Dachau treten.

Astrid Erhard

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