Die Wende

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Gelingt nach dem Hauptplatzumbau in Landsbergs Altstadt noch ein zweiter Schritt?

Jahrelang bestand die veröffentlichte Meinung in Landsberg darin, der Einzelhandel benötige Parkplätze unmittelbar vor dem Ladenlokal. Der Stadtrat habe daher für eine ausreichende Zahl oberirdischer Parkmöglichkeiten zum Nulltarif zu sorgen. Weitere Fußgängerbereiche (Vorderanger) oder das Heraushalten der Aufenthaltsparker aus dem Hinteranger seien Gift für die Altstadt.

Diese Haltung setzte sich bis in die Gremien hinein fort. Im Stadtrat hat die UBV am vergangenen Mittwoch aus Sorge vor einem Präjudiz in Sachen "Verkehrsberuhigung" sogar den Bau zweier weiterer Parkdecks unter dem Jugendzentrum abgelehnt.

Nun melden sich erstmals Einzelhändler zu Wort, die der bisher vorherrschenden Darstellung widersprechen. Plötzlich lesen wir von zufriedenen Kunden, einem guten und preiswerten Parkplatzangebot sowie der Fußgängerzone als Umsatzbringer. Plötzlich gibt es Stimmen für unterirdische Parkplätze, für Verkehrsberuhigung, für eine Fußgängerzone, für eine aktive Vertretung sowie gemeinsame Marketing-Aktivitäten der Händler.

Vielleicht ist das eine Wende. Anderswo ist sie längst eingeleitet. Wer wie wir täglich den "Location Insider" liest, einen Fachinformationsdienst, der die Zukunftssicherung des Einzelhandels zum Thema hat, der weiß: In vielen Städten ist man viel weiter als bei uns. Überall wird das Einkaufen durch Nutzung von Außenflächen für Stände, Cafés und Ruhezonen zum Erlebnis gemacht. Nur bei uns sind die Verhältnisse umgekehrt, hier muss man die Jagdhunde zum Jagen tragen.

Vielleicht können wir jetzt mit dem gemeinsamen Definieren der Landsberger Innenstadt beginnen. Bis zur Fertigstellung des Garagentrakts unter dem Jugendzentrum sollten sich alle Beteiligten bemühen, eine Lösung zu finden, die Anwohnern, Gewerbetreibenden, Freiberuflern und Bürgern gleichermaßen Rechnung trägt. Dazu sollten wir jetzt die Voraussetzungen schaffen und nach der Sommerpause starten.

Es gilt, die Aufenthaltsqualität zu verbessern, den Besucherkreis zu erweitern, die Besuchsfrequenz zu erhöhen und die Verweildauer zu verlängern. Es gilt, eine lebendige, interessante, vielfältige, ideenvolle, abwechslungsreiche und innovative Innenstadt zu schaffen. Sie darf, gerade hier, kein Traum bleiben.

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