Seit heute Vormittag:

Freie Fahrt auf der Lechbrücke bei Kinsau

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Noch etwas ungewohnt, aber erleichternd: Der Verkehr rollt wieder über die sanierte Lechbrücke.

Kinsau – Die Lechrainer haben es geschafft: Nach vier­einhalb Monaten rollt der Verkehr wieder über die Lechbrücke zwischen Apfeldorf und Kinsau. Damit ist nicht nur die Verbindung zwischen den Dörfern wieder geschlossen – auch in den Gemeinen Epfach, Reichling, Rott und Birkland atmet man auf, dass die Verkehrsbelastung durch die Umfahrung wieder zurückgeht. Der End­spurt der Arbeiten war jedoch holprig – und fast schon dramatisch.

Seit Freitag, 10 Uhr, rollt der Verkehr auf der Lechbrücke wieder – zuerst mit einer Ampelschaltung, ab 11:58 Uhr dann komplett frei. Doch ein paar „letzte Mohikaner“ werkeln noch in einem Erdloch auf Apfeldorfer Seite. Eigentlich hätte alles am Vorabend um 19 Uhr fertig sein sollen. Doch kurz vor Abschluss war es noch zu Pannen gekommen.

Panne 1: Die Pfosten der Leitplanken waren zu spät geliefert worden. Die Arbeiter mussten eine Nachtschicht anhängen. Panne 2: Die Ramme für die Pfosten durchtrennte ein Tele­komkabel – jenseits der Brücke auf Apfeldorfer Flur. Totes Netz in Apfeldorf, es muss wieder aufgegraben werden. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit: Die Kabel sollten in 90 Zentimeter Tiefe liegen. „Es ist mir schleierhaft, wie das passieren konnte. Die Männer haben nach Plan gearbeitet“, sagt Christoph Prause vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Eventuell wurde bei der Verlegung durch ein Telekom-Subunternehmen geschlampt. Schon wieder.

Dennoch: Das Staatliche Bauamt zeigt sich sehr zufrieden. Sowohl mit der Leistung der Firma LS Bau aus Ziemetshausen als auch mit dem schönen Wetter. „Bei dieser Witterung sind die Arbeiten ausgezeichnet verlaufen“, sagt Projektleiterin Julia Mair. Doch eine Woche Bauzeit habe man verloren, da die Statik der bestehenden Brücke nicht stimmte.

Das Bauamt musste sich auf die Baupläne von 1980 stützen, die jedoch nicht mit dem Bau übereinstimmten. Die Brückentafel, so Mair, sei uneben gewesen, was man seinerzeit mit den Gehwegen und der Asphaltdecke ausgeglichen habe. Doch Sorgen muss man sich keine machen: „Der Tragwerkskörper ist in einem hervorragenden Zustand“, beruhigt Mair.

Bei der Sanierung wurde die Statik ausgeglichen. Durch die Zusatzarbeiten erhöhten sich jedoch die Kosten – die der Freistaat Bayern trägt – von den voranschlagten 700.000 auf knapp 840.000 Euro.

Die Brücke, die 1980 errichtet wurde, ist wieder für Jahrzehnte für den Verkehr gerüstet. Die nächste Überprüfung findet erst wieder in drei Jahren statt.

Nun ist die Fahrt in beide Richtungen wieder frei, was alle Anlieger aufatmen lässt. Kleinere Restarbeiten könnten noch zu machen sein, was mit einer vorübergehenden Ampelschaltung einhergeht, wie Prause vom Bauamt erläutert: „Aber eigentlich ist das keine Einschränkung mehr, da muss man halt eine Minute mehr einplanen.“

Klaus Mergel

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