Verkehrschaos absehbar

Verkehrsproblematik beim KiTa-Bau im Reischer Talweg

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Wenn Eltern morgens ihre Kinder zur KiTa in den Reischer Talweg bringen werden, die Anwohner in die Arbeit fahren und zeitgleich ein Landwirt mit seinem Traktor aufs Feld will, könnte es eng werden.

Landsberg – Die Zeit drängt: Krippen- und Kindergartenplätze sind in Landsberg Mangelware. Weshalb die geplante KiTa am Reischer Talweg – wenn alles nach Plan läuft – bis September 2020 gebaut sein soll. In der Stadtratssitzung vergangene Woche wurde der Bebauungsplanvorentwurf vorgestellt. Die dort herrschende Verkehrssituation sorgte jedoch für Bedenken.

„Das Baugebiet ist durch den Reischer Talweg verkehrstechnisch erschlossen“, heißt es im Bebauungsplanentwurf. Damit der Reischer Talweg das auch wegen der KiTa zusätzliche Verkehrsaufkommen stemmen kann, soll sie auf fünf Meter verbreitert werden. Geplant ist zudem eine private Erschließungsstraße mit Wendehammer und Stellplätzen für die dort zu bauenden Reihenhäuser. Und auch die KiTa soll mittels Stich und privater Zufahrtsstraße erschlossen werden.

Allerdings müsse man den morgendlichen „Helikopterverkehr“ berücksichtigen, wenn die Eltern ihre Kinder per Auto an der KiTa ablieferten, betonte Dr. Wolfgang Weisensee (Landsberger Mitte). Kämen dann noch Fahrräder und eventuell noch hie und da ein Traktor dazu – immerhin führt der Weg ‚aufs Feld‘ –, sei das Chaos vorprogrammiert. „Das ist eine Sackgassensituation, in die noch mehr Autos reingestopft werden.“ Um dem zuvorzukommen, müsse das Gelände zum verkehrsberuhigten Bereich werden, beantragte Henrik Lüßmann (Grüne).

Um im gesamten Baugebiet den Fahrradverkehr gegenüber dem Auto – gemäß ISEK – zu fördern, sollten pro Reihenhaus-Wohneinheit vier Fahrradstellplätze in unmittelbarer Nähe zum Wohnungseingang im Bebauungsplan vermerkt werden, forderte Lüßmann weiter. Eine Forderung, die sowohl Stadtbaumeisterin Birgit Weber als auch OB Mathias Neuner als „unmöglich“ bezeichneten. Die Grundstücke seien dazu zu klein, so Neuner. Eine im Bebauungsplan enthaltene Umwandlung von Pkw-Stellflächen in Fahrradstellplätze sei „nicht machbar“, betonte Weber. Schließlich müsse man auch die Stellplatzordnung einhalten. Und die schreibt bei Reihenhäusern einen Stellplatz für Wohnflächen bis 75 Quadratmeter vor, darüber sind es aber bereits 1,5 Stellplätze pro Wohneinheit. „Aber zwei Radl-Stellplätze pro Einheit dürften möglich sein.“

In den einstimmig gefassten Beschluss, mit dem Bebauungsplanentwurf fortzufahren, wurden zusätzliche Ziele aufgenommen. So soll das Gebiet zum verkehrsberuhigten Bereich werden. Zudem sei es notwendig, die Verkehrssituation mit allen Betroffenen – Bewohner, Eltern, Landwirte – vorab zu klären. Der Antrag der Grünen auf besagte vier Fahrradstellplätze als Ziel wurde mit 20 zu 6 Stimmen abgelehnt.

Susanne Greiner

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