Verkehrsstatistik 2016

8,7 Unfälle pro Tag

+
Immer mehr Verkehr auf den Straßen im Landkreis führt auch häufiger zu Unfällen, wie Verkehrssachbearbeiter Franz Kreuzer von der Landsberger Polizei erklärt.

Landkreis – Pro Tag ereignen sich durchschnittlich 8,7 Unfälle auf den Straßen im Landkreis. Haupt­unfallursache ist nach wie vor zu hohe Geschwindigkeit, wie Franz Kreuzer, Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Landsberg, in der vergangenen Woche erläuterte. Allerdings setzen sich offenbar wieder mehr Autofahrer ans Steuer, obwohl sie Alkohol getrunken haben.

Insgesamt 3.186 Unfälle wurden 2016 im Landkreis regis­triert, die Zahl stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,24 Prozent. Laut Franz Kreuzer handelt es sich meist um sogenannte Kleinunfälle, die jetzt auch öfter der Polizei gemeldet würden als früher. Trotz der Mehrung an Unfällen, gibt es aber weniger Verletzte (710) und Tote (8) – ein Verdienst der Automobilhersteller, wie der Verkehrssachbearbeiter vermutet.

Hauptursache für 267 Unfälle – hier wurden die 1.645 Kleinunfälle nicht mitgerechnet – war zu hohe Geschwindigkeit. Aus diesem Grund verloren 2016 zwei Personen das Leben. Weitere Gründe sind Fehler beim Abbiegen oder Wenden, Fehler beim Überholen sowie ungenügender Sicherheitsabstand. Beim Thema Abstand als Unfallursache ist die Steigerung in den letzten Jahren am deutlichsten: Lag der Anteil 2013 noch bei rund acht Prozent, so ist er 2016 auf 23,5 Prozent angewachsen. Kreuzer führt das darauf zurück, dass auf den Straßen mehr Verkehr herrscht. Hier komme es dann vermehrt zu Auffahrunfällen.

Ein besorgniserregender Trend konnte im Bereich der Landsberger Polizeiinspektion im letzten Jahr festgestellt werden: Offenbar setzen sich wieder mehr Autofahrer alkoholisiert ans Steuer. Dieser Trend sei aber nicht bei jungen Verkehrsteilnehmern, sondern eher bei älteren zwischen 30 und 50 Jahren zu beobachten, weiß Kreuzer. Bei 49 Unfällen war Alkohol die Ursache. Erfreulich hingegen ist, dass sogenannte Disco- und Freizeit­unfälle in der Statistik keine Rolle mehr spielen.

Ebenfalls gestiegen sind die Unfallfluchten. Insgesamt 665 mal entfernten sich Fahrer unerlaubt vom Unfallort – eine Steigerung um rund 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Etwa ein Drittel der Unfallfluchten können wir aufklären“, sagt Kreuzer. Meist gelinge das durch Hinweise anderer Verkehrsteilnehmer, die den Vorfall beobachtet haben.

179 Fahrradfahrer hatten 2016 im Landkreis einen Unfall, 147 davon verletzten sich dabei. Eine Zahl, die laut Kreuzer aber auch geringer sein könnte. Denn oft sind Radler in Unfälle verwickelt, weil sie sich verkehrswidrig verhalten – beispielsweise auf der falschen Straßenseite fahren oder auf dem Gehweg. Zudem tragen viele keinen Helm, der zumindest schwere Kopfverletzungen verhindern könnte. 

Astrid Neumann

Auch interessant

Meistgelesen

Landsbergs Finanzen sind bald wieder "live"
Landsbergs Finanzen sind bald wieder "live"
Golf brettert Mercedesfahrer ins Bein
Golf brettert Mercedesfahrer ins Bein
Gabriele Uitz kandidiert als Bürgermeisterin
Gabriele Uitz kandidiert als Bürgermeisterin
634 neue Hirschvogel-Parkplätze
634 neue Hirschvogel-Parkplätze

Kommentare