Alexander Schöllhorn spürt für die Stadt Landsberg Parksünder auf

Mit dem Verkehrsüberwacher unterwegs durch Landsberg 

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Parkwächter Alexander Schöllhorn ist in Landsberg unterwegs, um dort Verkehrsordnungswidrigkeiten zu notieren und auf Ordnung zu achten.

Landsberg – Kurz das Auto geparkt, um in einem Geschäft Geld für den Automaten zu wechseln, einen kleinen Einkauf erledigen oder das Parkschild nicht gesehen: Schnell ist es passiert und schon klemmt ein kleines Zettelchen unter dem Scheibenwischer – und bei dem „erwischten“ Verkehrsteilnehmer ist der Ärger groß. Dabei sorgen die Parkwächter nur für Ordnung, und müssen sich dennoch manches Mal beleidigen lassen. Der 42-jährige Parkwächter Alexander Schöllhorn ist für die Stadt Landsberg unterwegs, er notiert alle möglichen Falschparker und Verkehrsordnungswidrigkeiten. Was er dabei erlebt, schildert er im Gespräch mit dem Kreisboten.

Wie groß ist Ihr Arbeitsgebiet und welche Arbeitszeiten haben Sie? 

Schöllhorn: „Ich bin immer wieder in unterschiedlichen Einsatzgebieten in der Stadt Landsberg tätig, aber auch in den Ortsteilen. Je nachdem, wie unser Team eingeteilt ist. Meine Kollegen und ich arbeiten im Wechsel nach Schichtplan von Montag bis Freitag von 8 bis 19.30 Uhr sowie an Samstagen und Sonntagen jeweils für drei bis fünf Stunden.“ 

Seit wann sind Sie Parkwächter? 

Schöllhorn: „Ich bin seit 2001 als Verkehrsüberwacher tätig.“ 

Haben Sie zuvor schon einmal einen Strafzettel bekommen? 

Schöllhorn: „Nein, ich habe bisher noch keinen bekommen.“ 

Wem dient die Überwachung? 

Schöllhorn: „Auch wenn es oft nicht so gesehen wird, dient die Verkehrsüberwachung in erster Linie den Bürgern. Meine Kollegen und ich sind für die Überwachung des gesamten ruhenden Verkehrs zuständig. Wir achten darauf, dass Haltverbote eingehalten, nicht auf Gehwegen geparkt und Schwerbehindertenparkplätze nicht unberechtigt genutzt werden. Natürlich prüfen wir auch die Einhaltung der zulässigen Parkzeiten in den Kurzparkzonen, damit möglichst viele Verkehrsteilnehmer diese Parkplätze nutzen können.“ 

Wie ist Ihr Tagesablauf? 

Schöllhorn: „Zunächst wähle ich je nach Witterung meine Dienstkleidung aus. Dann beginne ich meinen Dienst nach Schichtplan und gehe wie andere Bürger meiner Arbeit nach.“ 

Was stört Sie an ihrer Arbeit als Verkehrsüberwacher?

Schöllhorn: „Wahrscheinlich findet jeder an seinem Beruf etwas, das ihn stört. Ich könnte über Witterung klagen oder über manche Diskussion mit einem ‚Parksünder‘, oder dass auch mir manchmal nach einem langen Tag die Beine weh tun. Aber ich sehe mehr das Positive daran, die Arbeit im Freien und den Kontakt zu Menschen.“

Wurden Sie schon verbal und körperlich angegangen? Wie gehen Sie damit um? 

Schöllhorn: „Leider werden wir gelegentlich verbal angegangen. In erster Linie bleibe ich ruhig und versuche die Angelegenheit zu klären. Bei harten verbalen Angriffen kam es auch schon zur Anzeigenerstattung.“

Wie viele Zettel verteilen Sie pro Tour? Gab es in der Vergangenheit schon Tage ohne Strafzettel? 

Schöllhorn: „Im Jahr 2017 wurden insgesamt rund 15.500 Verstöße im ruhenden Verkehr geahndet. Ich habe leider noch keinen Tag erlebt, an dem kein Zettel verteilt wurde.“ 

Wer bekommt einen Strafzettel? 

Schöllhorn: „In erster Linie natürlich der Falschparker, der zum Beispiel im Halteverbot steht oder unberechtigt einen Behindertenparkplatz benutzt. Dann natürlich auch die Kurzzeitparker, deren Parkschein abgelaufen ist.“ 

Welche Ausreden hören Sie häufig? 

Schöllhorn: „Meist hören wir die Ausreden, dass man eben nur kurz etwas erledigen musste oder das Schild nicht gesehen hat.“ 

Gibt es auch Ausnahmen, dass kein Zettel verteilt wurde?

Schöllhorn: „Es gibt bestimmte Umstände, die die Zurücknahme einer gebührenpflichtigen Verwarnung rechtfertigen.“ 

Lernen die Personen aus Ihren Fehlern? Schrecken Bußgelder nicht ab? 

Schöllhorn: „Das ist ganz unterschiedlich und kommt auf die Einstellung der einzelnen Person an.“ 

Wo ist die Parksituation besonders schlimm? 

Schöllhorn: „Leider wird am Hauptplatz auch außerhalb der Befahrzeiten in den Fußgängerbereich eingefahren oder in den Haltverboten geparkt. Dies stört dann natürlich die Fußgänger. Im Sommer parken regelmäßig verbotswidrig die Motorräder und Roller auf dem Hauptplatz, obwohl extra ausgewiesene und kostenlose Parkplätze in anderen Bereichen zur Verfügung stehen.“

Schleppen Sie auch ab? 

Schöllhorn: „Nein, das ist Aufgabe der Polizei.“ 

Was wird noch kontrolliert? 

Schöllhorn: „Alle Verkehrsordnungswidrigkeiten, wie zum Beispiel auch das Abstellen von Anhängern über den erlaubten Zeitraum von zwei Wochen hinaus, die Einhaltung von Ausnahmegenehmigungen des Ordnungsamtes und die Einhaltung der Frist für die Hauptuntersuchung.“ 

Was ist bei Parkscheiben und -zettel zu beachten? 

Schöllhorn: „Parkscheine und -scheiben sind gut lesbar im Auto auszulegen und die Parkscheiben müssen natürlich korrekt eingestellt sein. Das gilt übrigens auch für Zweiräder, also Motorräder und Roller. Der Parkschein ist am Zweirad anzubringen, der Abriss (kleiner Abschnitt am Parkschein) verbleibt als Beweis beim Eigentümer, falls der Schein am Zweirad verloren geht.“ 

Welche Parkplätze können Sie empfehlen? 

Schöllhorn: „Eine Empfehlung abzugeben, ist schwierig. Jemand, der länger in der Stadt verweilen möchte, benutzt am besten eine der beiden Tiefgaragen oder den kostengünstigen Parkplatz an der Waitzinger Wiese. Andere, die nur kurz etwas erledigen möchten oder in Eile sind, sollten einen der Kurzzeitparkplätze in Anspruch nehmen.“

Interview: Franziska Rothermel

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