Ausnahmekünstler im Stadttheater

Kulturförderpreis Landsberg – ein Abend der Höhepunkte

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Landrat Thomas Eichinger mit den Kulturförderpreisträgern 2019: Christian Schamper (Trommlerzug Apfeldorf), Solitaire Bachhuber, Maria Ruf und Malik Harris mit ihren Laudatoren Mascha Harris, Stefan Schmid, Caterina Prestele und Beatrix Klein (von links).

Landkreis – Vielfältiger geht es kaum. Die Künstler, die am Samstag mit dem Kulturförderpreis des Landkreises ausgezeichnet wurden, decken von Brauchtum über klassische Musik bis hin zu moderner Musik und Tanz eine erstaunliche Bandbreite ab. Einer von ihnen lockte sogar das Fernsehen an – in Gestalt eines Drehteams des ARD-Magazins „Brisant“.

Es war laut Kulturbürgermeister Axel Flörke das erste Mal, dass ein Filmteam bei der Preisverleihung dabei war. Aufgezeichnet wurde der Auftritt von Singer/Songwriter Malik Harris, dessen Popularität bereits weit über den Landkreis hinausreicht. Bayern 3 feierte „den unglaublich talentierten und wortgewaltigen Landsberger“ als „Pop-Hoffnungsträger 2019“ und spielte seine Hits „Say the Name“ und „Welcome to the Rumble“ rauf und runter.

Auch im Stadttheater begeisterte der 22-Jährige das Publikum mit seinen Songs, seiner Bühnenpräsenz und den Texten, die nicht nur seine Schwester Mascha „zum Niederknien“ findet. Sie erzählte in der Laudatio auf ihren Bruder, dass die Familie bereits beim ersten Song gewusst habe: „Das wird groß.“ Dass Harris selbst trotz des plötzlichen Ruhms ganz natürlich geblieben ist und es seltsam findet, seinen ehemaligen Lehrer Axel Flörke zu duzen, machte ihn den Zuschauern noch sympathischer.

Preisträgerin Solitaire Bachhuber steht mit ihren 19 Jahren potentiell ebenfalls am Beginn einer großen Karriere. Sie studiert am traditionsreichen Mozarteum in Salzburg, doch vier weitere Musikhochschulen hätten die Sopranistin ebenfalls gerne aufgenommen, berichtete Laudatorin Caterina Prestele, Bachhubers ehemalige Gesangslehrerin.

Sie lernte das Ausnahmetalent mit elf Jahren kennen – damals marschierte die kleine Solitaire in der Heilig-Kreuz-Kirche auf die Sopranistin zu, nachdem diese gerade eine Arie beendet hatte. Und fragte ganz einfach, ob sie bei ihr Unterricht nehmen dürfe. „Ich war äußerst skeptisch“, erinnerte sich Prestele. „Haben Mädchen in dem Alter nicht andere Interessen?“ Solitaire nicht, wie sie schnell bewies. Aus der vereinbarten Probestunde wurden sechs Jahre. „Ich bin sehr stolz darauf, dich in diesen ersten wichtigen Jahren begleitet zu haben“, so Prestele an die Adresse ihrer ehemaligen Schülerin, die mit einem Liebeslied von Brahms sowie Arien aus „Undine“ und „Don Giovanni“ Kostproben ihres erstaunlichen Könnens gab.

Auch Preisträgerin Maria Ruf wurde von ihren ehemaligen Lehrern gewürdigt. Stefan Schmid hat sie an der Städtischen Sing- und Musikschule einst am Schlagzeug ausgebildet, bei Beatrix Klein lernte sie Ballett. Wie die 24-Jährige es geschafft hat, neben der Schule zwei so zeit- und arbeitsintensive Leidenschaften zu beachtlichen Erfolgen zu führen, blieb ungeklärt. Vielleicht hat die Persönlichkeit der Künstlerin –„fröhlich, positiv, humorvoll“ (Schmid), „still, gelassen“ (Klein) – damit zu tun. Dass sie neben Musikalität, Fleiß und Disziplin auch über jede Menge Kreativität verfügt, bewies die 24-Jährige bei ihrem Auftritt. Spielend und steppend erzeugte sie Töne mit Händen und Füßen, würzte das ganze mit ein bisschen Ballett und bearbeitete virtuos mit vier Schlägeln das Marimbaphon.

Traditionelle Töne hatte zu Beginn des Abends der Trommlerzug Apfeldorf angeschlagen, der mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Die Formation unter der Leitung von Christian Schamper existiert seit zwölf Jahren und bereichert regelmäßig Trachtenveranstaltungen im südlichen Landkreis und dem benachbarten Schongau.

„Der Kulturförderpreis hat viele Gesichter“, konnte Landrat Thomas Eichinger am Ende des Abends zufrieden feststellen. Im Landkreis gebe es halt einfach „tolle Ausnahmekünstler“.
Ulrike Osman

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