Vorerst kein Geld fürs Rathaus

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Derzeit gibt es wenig Hoffnung auf eine Erweiterung des Rathauses in Kaufering. Die für 2015 vorgesehenen Mittel (825000 Euro) wurden vom Finanzausschuss auf später verschoben.

Kaufering – Die Marktgemeinde kann voraussichtlich für das abgelaufene Jahr ihre Rücklagen um 1,6 auf 2,5 Millionen Euro aufstocken. Diese Nachricht präsentierte Kämmerer Winfried Plaß dem Finanzausschuss. Plaß bestätigte zudem, dass 2013 alle Kassenkredite zurückbezahlt wurden.

Für Investitionen plant der Markt heuer eine Neuverschuldung in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro. Ob diese Summe wirklich voll ausgeschöpft wird, muss sich erst noch zeigen. Die Gesamtverschuldung soll Ende 2014 bei 13,9 Millionen Euro liegen. 

Während Thomas Salzberger und der größte Teil seiner Ratskollegen die Zahlen „besser fanden“, sprach Gabriele Triebel (GAL) von einer „Wahnsinnskreditaufnahme“. Sie wies darauf hin, dass die GAL einen Schuldentilgungsplan gefordert habe. Viele Dinge seien vorab „ohne Überblick und Zusammenhang“ festgelegt worden. „Man kann die Diskussion auch anders führen“, sagte die Fraktionssprecherin. Der parteilose Johann Drexl meinte, das Tafelsilber sei weg. „Die nächsten Jahre darf nichts Außergewöhnliches passieren“. 

In der mehr als dreieinhalbstündigen Sitzung gingen die Mitglieder des Finanzausschusses den Entwurf des Haushalts Punkt für Punkt durch. Einiges wurde gestrichen, manche Posten auf das kommende Jahr verschoben. So kamen noch ein­mal Einsparungen in der Größenordnung von 500000 Euro zusammen. 

Kaufering steckt im Sanierungsstau. Darüber hatten der KREISBOTE bereits mehrfach berichtet. Bürgermeister Erich Püttner betonte, dass im laufenden Jahr nur die Sanierung der Sporthalle an der Bayernstraße möglich sein werde. Knapp 2,3 Millionen Euro will der Markt heuer dafür bereitstellen, 2015 sollen es noch einmal 1,2 Millionen sein. In der folgenden Diskussion monierte GAL-Rat Hans-Jörg Pilz, dass ihn die in seinen Augen zu geringen Einnahmen aus der Sporthalle störten. 

Thomas Salzberger (SPD) wies darauf hin, dass die Halle größtenteils von den Schulen genutzt würde. Schließlich gab Rathauschef Erich Püttner die die Richtung vor. Über eine Steigerung der Einnahmen werde man nach der Sanierung diskutieren. Immerhin beschloss der Rat 28000 Euro einzusparen, indem man auf den Kauf eines eigenen Tiefenlockerungsgerätes für die Außenanlagen verzichte. Dies könne man auch von anderen Vereinen ausleihen, so die Räte. 

Bauamtsmitarbeiter Hermann Bader schlug vor, im Rahmen der Sanierungsarbeiten den Schmutzwasserkanal bis zum Festzeltplatz zu verlängern. Dafür würden allerdings Kosten in der Größenordnung von 98000 Euro anfallen. Der Marktgemeinderat will darüber später entscheiden. Bei einigen Anschaffungen wurde die Verwaltung mit einer Prüfung beauftragt, ob es nicht sinnvoller sei, Geräte zu leasen – beispielsweise bei einem von der Bauverwaltung gewünschten Plotter für rund 9000 Euro. Unter die Lupe genommen werden soll auch die Ersatzbeschaffung eines 55000 Euro teuren VW-Transporters für den Bauhof. 

Nichts für Brotzeitholer

Gestrichen wurden Posten wie der Bau von Lkw-Parkbuchten in der Viktor-Frankl-Straße. Gabriele Hunger (CSU) meinte, dass man nicht 12000 Euro für die „Brotzeitholer“ beim geplanten Imbiss ausgeben müsse. Für die Planung der Mensa in der Grund- und Mittelschule wurden statt 75000 nur 25000 Euro Planungskosten angesetzt. Die von Gabriele Triebel vorgetragene Idee, statt der teuren Fachplaner einfach einen Küchenbauer zu beauftragen, fand keine Gegenliebe bei der Verwaltung. Bader verwies auf die gesetzlichen Bestimmungen, beispielsweise müsse man beim Brandschutz „auf der sicheren Seite“ sein. Verschoben wurde der Bau einer „Kalthalle“ für den Bauhof – 80000 Euro soll sie kosten. 

In der mittelfristigen Finanzplanung strichen die Ratsmitglieder die für nächstes Jahr angesetzten 825000 Euro für eine Rathauserweiterung. Auch der geplante Neubau eines Feuerwehrgerätehauses ab dem Jahr 2016 ist noch mit einem Fragezeichen versehen. Insgesamt soll die Investitionsliste für die nächsten Jahre geprüft und überarbeitet werden. 

Auf einen Lichtblick konnte Rathauschef Erich Püttner abschließend noch verweisen. Die Ansätze für die Einnahmen insbesondere bei der Gewerbesteuer seien von Kämmerer Winfried Plaß „sehr konservativ“ gerechnet worden. Somit könne man am Ende des Jahres vielleicht mit „positiven Überraschungseffekten“ rechnen, so Püttner.

Siegfried Spörer

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