Der nächste Umzug steht an

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Darf aus Brandschutzgründen nicht mehr sein: Das städtische Kulturbüro war bislang im Kavaliersturm (Mitte) hinter dem Rathaus untergebracht und soll, so der Plan der Verwaltung, an den Spitalplatz umziehen.

Landsberg – Erst sollte es in den Blumenladen am Klostereck, jetzt ist das Kulturbüro noch keine zwei Jahre im Kavaliersturm hinter dem Rathaus untergebracht und schon soll es wieder umziehen. Den Grund liefert, wie auch beim Neuen Stadtmuseum, der verschärfte Brandschutz. Die Verwaltung hat am Spitalplatz auch schon einen neuen Standort gefunden – dem Stadtrat ging das jetzt aber alles zu schnell.

Das Büro darf im 5. Stock des Historischen Turms nicht mehr betrieben werden. Aus Sicherheitsgründen müsste unter anderem eine Rettungsleiter angebaut, Brandschutztüren und eine andere Verglasung eingebaut werden. Das würde alles in allem 70000 Euro kosten.In der Verwaltung ist ein Alternativstandort entwickelt worden, der allerdings noch teurer zu stehen kommen würde. Mit knapp 100000 Euro veranschlagt man die Sanierung der ehemaligen Lehrerwohnung gegenüber der Grundschule am Spitalplatz, die bereits seit 2007 leer steht. Dort müsse Schimmel beseitigt und Wände repariert werden, schilderte Oberbürgermeister Neuner die Lage. „Bei der Belegung mit Asylbewerbern haben wir uns dagegen entschieden, das zu machen. Wir brauchen jetzt nicht mehr zu diskutieren, warum das geschehen ist, wichtig ist, dass wir es jetzt geschehen lassen.“

Für Silvia Frey-Wegele ist die Lage am Spitalplatz „ideal“, wie sie dem Stadtrat erläuterte. „Es ist barrierefrei, es liegt mitten in der Innenstadt. Außerdem arbeitet die Mitarbeiterin auch halbtags im nahegelegenen Theaterbüro, da ist der Weg nicht weit.“ Das Kulturbüro könne dort zentral und einfach von den Bürgern erreicht werden.

Diese Einschätzung teilte Medardus Wallner (UBV) nicht. Zum einen sei das Neue Verwaltungsgebäude aus dem Grund gebaut worden, um dort Synergieeffekte zu schaffen. „Deshalb hat man den Platz dort ja überplant, und nicht damit man jetzt zehn Nebenschauplätze in der Innenstadt aufmacht“, so der Stadtrat, der sich fragte, „woher denn unser Bürger zum Schluss wissen soll, wo er denn überhaupt noch was findet.“

Sein Fraktionskollege Christoph Jell plädierte dafür, das gesamte ehemalige Lehrerhaus am Spitalplatz zu sanieren (dies dürfte laut grober Schätzung der Verwaltung rund 500000 Euro kosten). „Dann kann man sich überlegen, wie man weitermacht. Wir sollten jetzt keine Flickschusterei betreiben – zumal Herr Ganzenmüller den Kavaliersturm ja doch auch gern hergerichtet haben möchte, wenn ich das richtig sehe.“

Der angesprochene Referatsleiter der Bauaufsicht äußerte allerdings keine feste Auffassung zur Zukunft des Turms – zumal auch die Gegenwart durchaus indifferent ist. Zwar ist der Kulturbürobetrieb jetzt verboten, die Fraktionen dürfen dort allerdings trotzdem weiter „ab und zu“ ihre interne Arbeit verrichten. „Die Gefährdung hängt auch von der Häufigkeit ab“, erläuterte Ganzenmüller, „wenn Sie einmal bei Rot über die Straße gehen, wird wahrscheinlich nichts passieren. Wenn Sie das täglich machen, werden Sie wohl irgendwann überfahren.“

Bedenkzeit

Etwas überfahren fühlte sich offenbar auch der Stadtrat von den Sanierungsplänen. Michael Siller (CSU) erbat sich dann auch „Bedenkzeit, um mit den anderen Fraktionen darüber in Ruhe zu sprechen, ich finde, der Stadtrat sollte sich das auch anschauen.“ Damit fand er bei seinen Stadtratskollegen durch- aus Gehör – das Gremium vertagte den Punkt nun einstimmig.

Christoph Kruse

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