Verschönerungsverein Landsberg setzt sich für Besonderheiten der Stadt ein

Landsbergs Glanzstücke

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Die Ursulinengruft aus dem 18 Jahrhundert. Im Moment wird entlüftet: „Wir haben hier eine Luftfeuchtigkeit von 99 Prozent gemessen“, sagt erster Vorsitzender Axel Flörke.

Landsberg – Seit fast 200 Jahren liegt er schon im Englischen Garten. Doch kaum jemand kennt ihn. Der Verfassungsstein, ein 1818 in Landsberg aufgestellter Tuffstein, ist inzwischen etwas grün, abgeschliffen und auch ein wenig eingesunken. Anlässlich des „Feierjahrs“ 2018 – 200 Jahre Bayerische Verfassung und 100 Jahre Freistaat Bayern –will der Verschönerungsverein Landsberg gemeinsam mit dem historischen Verein dafür sorgen, dass der Stein wieder etwas mehr Glanz erhält – nur eines der Projekte, die die aktiven Mitglieder angehen wollen.

„Landsberg ist dabei eine der wenigen Städte, in denen es diesen Verfassungsstein noch gibt“, betont erster Vorsitzender Axel Flörke. Eine Tafel soll angebracht und der Sockel freigelegt werden. Ein weiteres Anliegen des Vereins ist die Sanierung der Ursulinengruft, „ein denkmalgeschütztes Kleinod, wobei die Grabsteine teilweise leider schon nicht mehr zu erhalten sind“, erläutert Flörke. Der Verein hatte auch Kontakt zum Kloster der Ursulinen in Landshut aufgenommen. Zu spät: Das Kloster hatte sich bereits aufgelöst. Nach einer Messung in der Gruft zeigten sich Temperaturunterschiede und eine hohe Feuchtigkeit, weshalb im Moment entlüftet wird. Anschließend wird mit den vom Stadtrat bewilligten 20.000 Euro die Sanierung gestartet.

Ein Projekt, dass noch diesen Monat umgesetzt wird, ist die Verleihung des Franz-Xaver-Dengler-Preises an Bauherren, „die ein besonderes Gespür bei der Sanierung von Altstadthäusern aufweisen“, so Flörke. Der Namenspatron, der ehemalige Stadtbaumeister Franz Xaver Dengler, habe sich für die Rettung der Bausubstanz in der Altstadt eingesetzt. Inzwischen erlebe man bei Altbau­sanierungen alles, „von billig bis exzellent“. Erste Preisträger sind bereits gefunden: Sowohl Geigenbauer Martin Schleske (Herzog-Ernst-Straße) als auch Paul Stikkelorum (Hinterer Anger) erhalten für die Sanierung ihrer Häuser jeweils 500 Euro. Die Preisverleihung findet am Sonntag, 22. Oktober, um 17 Uhr im Festsaal des historischen Rathauses statt.

Der Verschönerungsverein setzte sich 2017 dafür ein, dass die Tafeln an den Häusern der Altstadt, die auf berühmte Einwohner hinweisen, restauriert werden. Größtenteils vergeblich: „Die Bereitschaft der Hausbesitzer, das Schild neu bemalen zu lassen, geht gegen Null“, konstatiert Flörke. Denn viele der angeschriebenen Hausbesitzer hätten nicht einmal auf die Anfrage reagiert. Zu bemerken ist hier, dass der Hausbesitzer nichts tun oder zahlen muss, das übernimmt alles der Verschönerungsverein. Er müsste nur seine Einwilligung geben.

Bei der Jahreshauptversammlung, stilecht im ehemaligen Amtszimmer des Oberbürgermeisters im Schmalzturm, kam Flörke auch auf das abnehmende Engagement der Mitglieder zu sprechen: „Auch ich selbst habe nicht allzu viel Zeit aufbringen können.“ Insgesamt hat der Verein über 100 Mitglieder, von denen jedoch nur 13 bei der Versammlung anwesend waren – was Flörke als „überraschend gut besucht“ bezeichnete. Bei der Wahl des Vorstands wurde ­Flörke einstimmig als erster Vorsitzender wiedergewählt. Die neue Stellvertreterin des Vorsitzenden ist Ursula Schaller. Als Kassenwart wählte der Verein Dieter Waschow und als Schriftführerin wurde die Restauratorin Beate Brettschneider im Amt bestätigt.

Susanne Greiner

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