Verkehrsverein ist Vergangenheit

Landsberg – Verschlankt und mit „neuem altem Namen“ geht der Landsberger Verschönerungsverein ins nächste Jahr. Neben der weiteren Sanierung des ehemaligen OB-Büros im Schmalzturm und der Umgestaltungen am Altöttinger Weiher wird jetzt die Gruft der Ursulinerinnen im ehemaligen Kloster dazukommen.

„Das soll kein Ort für Massentourismus werden“, stellte Vorstand Axel Flörke klar, „es ist eine Ruhestätte, die sich ausgewählte Gruppen mit historischem Interesse anschauen können sollten.“ Derzeit werde „das seltene Kleinod mitten in der Stadt“ vom Bauhof als Lagerplatz genutzt. Mit wenig finanziellem Aufwand könne hier viel geschehen, meint Flörke.

Noch mindestens ein Jahr warten wird man dagegen mit der Sanierung der steinernen Gedenktafel an der Außenwand des Gasthauses „Mohren“ am Hauptplatz. „Man weiß im Moment nicht genau, wie es mit dem ,Mohren‘ weitergeht. Angeblich soll es 2014 eine große Sanierung geben, das wäre dann der Zeitpunkt, sich bei der Steintafel zu beteiligen, die wirklich in einem schlechten Zustand ist.“

"Weniger ist mehr"

Doch nicht nur bei diesen Vorhaben wird der Mitteleinsatz im Vorfeld genau geprüft. „Wir haben auch bei den Veranstaltungen eine Grundsatzentscheidung getroffen und sagen, weniger ist mehr“, teilte der Vorstand den Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung mit. So wird der Verein den Ruethenfestmarkt künftig nicht mehr veranstalten. Das Marktamt der Stadt habe man bereits informiert, dort werde aber ebenfalls abgewunken. Flörke: „Damit ist das jetzt Sache des Ruethenfestvereins.“

Generell sei 2012 ein Jahr der Konsolidierung gewesen, in dem man darüber nachgedacht habe, was man sich überhaupt noch leisten könne. Dem Spargedanken fielen aber nicht nur der angemietete Schaukasten und ein Telefonanschluss zum Opfer; auch in der Vereinsstruktur ist man jetzt deutlich schlanker. Zwar gehörten früher automatisch etwa der Oberbürgermeister, Vertreter des Gaststättenverbandes und die Leitung der Tourist-Information zum Vorstand. Dieser Personenkreis beteiligte sich aller­dings den Erfahrungen nach kaum an der Vorstandsarbeit. Zudem ist der Verein inzwischen auch kleiner geworden – einen Grund dafür kennt Axel Flörke: „Nachdem der Christkindlmarkt nicht mehr von uns durchgeführt wird, treten natürlich viele aus, die sich wohl Vorteile bei der Vergabe der Stände erhofft haben.“

Vorstand verkleinert

Dieser Entwicklung hat man jetzt Rechnung getragen. Ab sofort besteht der Vorstand nur noch aus einem 1. und 2. Vorsitzenden, Schriftführer, Kassenwart und bis zu drei Beisitzern. Nachdem die neue Satzung (bei einer Enthaltung) genehmigt worden war, ging es auch gleich an die entsprechenden Wahlen. Sowohl Jonas Pioch als auch Barbara Knollmüller wurden einstimmig als Beiräte gewählt, genauso wie Beate Brett­schneider als Schriftführerin. Unverändert führen Flörke und Elke Kiefer den Verein. Neu, auch wenn er schon zweimal da war, ist dagegen der Vereinsname: Statt „Verkehrs- und Verschönerungsverein“ heißt er jetzt (wieder) nur noch „Verschönerungsverein“. 

Damit folgten die Mitglieder den Ausführungen von Elke Kiefer, die darauf hingewiesen hatte, dass der Zusatz nur früher seine Berechtigung gehabt habe. „Im Dritten Reich hat man die Aufgaben des Verkehrsvereins übernommen und auch Zimmer vermittelt.“ Inzwischen müsse man immer wieder erläutern, „dass wir das schon lange nicht mehr machen“. Mit der Namensänderung will man klar machen, dass sich der Verein ausschließlich um die Förderung von Kunst und Kultur kümmere – und eben die Verschönerung der Stadt.

Christoph Kruse

Auch interessant

Meistgelesen

Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Landsberg verzeichnet massive Preissteigerung bei Grund & Boden
Landsberg verzeichnet massive Preissteigerung bei Grund & Boden
40 Mal direkt in die Lehre
40 Mal direkt in die Lehre

Kommentare